Lipödem – konservative Behandlungsmethoden

Wie ich bereits geschrieben habe, weiß man bisher noch nicht, woher das Lipödem eigentlich kommt. Man vermutet, dass erbliche Faktoren und evtl. die Hormone eine Rolle spielen. Da man aber die Ursache nicht kennt, gibt es auch keine Heilmethode.

Es gibt aber die Möglichkeit, ein wenig die Schmerzen zu lindern. Aber tatsächlich nur ein wenig, ganz schmerzfrei bin ich nie.

Zum einen gibt es Kompressionkleidung, die ganz individuell auf jede Patientin zugeschnitten sein muss. Das heißt, man muss sie vom Arzt verschrieben bekommen und dann in einem Sanitätshaus sehr genau ausgemessen werden. Bei einem so extrem weit fortgeschrittenen Lipödem wie meinem, ist das Ausmessen jedes Mal schon ein riesiger Akt. Und dann ist es dennoch nicht sicher, dass die Kompression danach auch sitzt. Ich kenne viele Frauen, die ihre „Kompri“ mehrfach reklamieren müssen, bevor sie wirklich sitzt.

Kompression gibt es in verschiedenen Ausführungen. Ich selber habe eine Strumpfhose, die mir bis unter die Brust reicht. Geschlossen wird sie vorne mit Häkchen und Reißverschluss.

Weiterhin habe ich „Armstrümpfe“ in Form eines Bolero, also hinten mit Rückenteil.

Man kann mittlerweile aus einigen Herstellern und Farben wählen, ich selbst trage die von Juzo. Und in Hautfarbe, damit ich alles dazu anziehen kann.

Ich hasse meine Kompressionkleidung! Das Anziehen dauert ewig lange, ich brauche Hilfe dabei. Ich reiße mir die Finger beim Anziehen auf, so dass sie bluten. Auf die Toilette zu gehen ist furchtbar. Erst brauche ich eine Weile, um sie runter zu ziehen, danach dauert das Anziehen ganz schön lange. Und gerade auf öffentlichen Toiletten ist es mir immer extrem peinlich, so lange zu brauchen. Besonders toll ist, wenn man dazu dann nur eine ganz kleine und enge Toilettenkabine hat.

Wenn ich die Kompression zu lange am Tag trage, macht mein Kreislauf Probleme. Im Sommer, wenn es richtig heiß ist, ist es ganz schlimm. Treppensteigen in Kompression ist irrsinnig anstrengend, beim Sitzen drückt der Bund der Hose mir manchmal regelrecht die Luft ab. Und sobald ich sie abends ausziehe, kann ich richtig spüren, wie meine Beine mit Flüssigkeit voll laufen. Dann tun sie wahnsinnig weh, so dass ich manche Nacht vor Schmerzen kaum schlafen kann.

Was mir aber gut tut, ist die Manuelle Lymphdrainage (MLD). Die wird auch vom Arzt beschrieben, und ich bekomme 2 Mal pro Woche je 60 Minuten Behandlung. Und danach bin ich tatsächlich für ein paar Stunden schmerzfrei.

Wenn die Lymphdrainage mal länger ausfällt, werden die Beine immer dicker, härter und gespannter, und die Schmerzen werden extrem.

Und ich muss dazu sagen, dass ich leider oft Pech mit Ärzten habe und es zum Teil fast unmöglich ist, einen Arzt zu finden, der bereit ist, die MLD zu verschreiben.

Fazit: Beide Behandlungen sind sinnvoll, aber nicht jeder kommt mit der Kompression klar. Wer sie aber gut tragen kann, sollte es tun. Und mittlerweile gibt es so viele tolle Muster und Farben, dass manche junge Frauen sie sogar gerne tragen und sich hübsch darin fühlen. Und das finde ich super und ganz, ganz wichtig!

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