Liposuktion – darum ist sie für mich keine Option

Bei der Liposuktion handelt es sich um eine Fettabsaugung. Diese ist nach dem medizinischen Stand heute die einzige Möglichkeit, die krankhaften Fettzellen des Lipödems loszuwerden. Darum ist die Liposuktion für die meisten Frauen mit Lipödem DER TRAUM schlechthin.

Leider weigern sich bisher die Krankenkassen, diese Liposuktion zu bezahlen, da sie als Schönheits- OP gelistet ist, nicht als medizinische Notwendigkeit.

Die Liposuktion würde, laut Arzt, bei mir zwischen 20.000 und 30.000 Euro kosten. Und das ist dann schon Punkt 1 auf der Liste, warum sie für mich nicht infrage kommt. So viel Geld kann ich einfach nicht aufbringen.

Punkt 2 ist, dass bei mir 10 bis 12 Operationen notwendig wären. Und jede einzelne davon steckt ein Körper nicht mal eben so einfach weg. Jede einzelne bedeutet danach wochenlang starke Schmerzen usw. Aber ich bin alleinerziehend mit 3 Kindern, wie soll ich das stemmen?

Punkt 3 ist, dass das krankhafte Fett nach der OP wiederkommen oder an anderen Stellen auftreten kann. Man ist danach also keineswegs geheilt.

Punkt 4: Meine große Tochter hat höchstwahrscheinlich das Lipödem von mir geerbt. Und wenn ich irgendwann mal Geld für diese Operation aufbringen kann, dann werde ich es für ihre ausgeben. Denn sie hat ihr ganzes Leben noch vor sich.

Punkt 5: Zur Zeit bin ich zu schwer für eine Liposuktion. Ich müsste erstmal 50 bis 60 kg abnehmen, was ich einfach nicht schaffe. Darum bekomme ich ständig eine bariatrische OP wie Magenbypass oder Schlauch Augen empfohlen. Dazu kann ich mich aber nicht überwinden.

Mein Exmann hat diese OP vor 7 Jahren machen lassen und wäre fast dabei gestorben. Es gab Komplikationen, wodurch er fast 6 Monate im Krankenhaus lag. Für uns und unsere Ehe hatte das im Endeffekt die Folge, dass wir uns getrennt haben. Für ihn hatte es eine schlimme Abhängigkeit von Schmerzmitteln und Depressionen zur Folge.

Natürlich weiß ich, dass das nicht immer passiert, aber ich weiß eben auch, dass es passieren kann! Und ich muss diese Option in meine Überlegungen einbeziehen. Wer würde sich um die Kinder kümmern, wenn mir etwas passiert?

Aber dennoch kämpfe ich natürlich dafür, dass über die Erkrankung Lipödem weiterhin berichtet und informiert wird. Und ich kämpfe dafür, dass die Liposuktion so bald wie möglich Kassenleistung wird. Es darf nicht sein, dass eine solche OP, die Lebensqualität zurück bringt und Schmerzen lindert, als Schönheitsoperation eingestuft wird. Natürlich wünscht sich bestimmt jede Patientin auch, danach schlank und „schöner“ zu sein, sich schöner zu fühlen. Aber bei den wenigsten Frauen ist das der Grund, um so einen Eingriff an sich durchführen zu lassen!

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