Ein interessantes Sachbuch: „Das Buch Alice“ von Karina Urbach

Ich fand dieses Sachbuch sehr interessant, denn es beschäftigt sich im Rahmen einer Familiengeschichte mit einer Art NS-Verbrechen, von denen ich bisher noch nie gehört hatte, nämlich dem Raub von geistigem Eigentum.

Die Großmutter der Autorin, Alice Urbach, hat vor Beginn des zweiten Weltkrieges ein Kochbuch geschrieben, das auch verlegt worden war. Nach ihrer Emigration nach England hat sie ihr Buch dann irgendwann unter dem Namen eines fremden Autors wiedergefunden.

Das Buch ist gut geschrieben. Durch viele Zitate, persönliche Briefe u. ä. liest es sich nicht wie ein reines Sachbuch. Es ist nicht trocken und sachlich geschrieben, was vielleicht daran liegt, dass die Autorin ja die Geschichte ihrer Vorfahren erzählt, was natürlich mit Gefühlen verbunden ist. Für dieses Buch ein Gewinn!

Kurzbeschreibung: Einst erfolgreiche Kochbuch-Autorin, verliert die Wiener Jüdin Alice Urbach unter den Nationalsozialisten Heimat, Familie und Karriere. Sie flieht nach England, wo sie sich als Dienstbotin durchschlägt und später ein Flüchtlingsheim für jüdische Mädchen leitet. Mit Kochunterricht versucht sie ihre Schützlinge von den Kriegswirren abzulenken. Nach dem Krieg geht Alice nach New York, gibt Kochkurse in San Francisco und stellt im amerikanischen Fernsehen ihre besten Rezepte für Mehlspeisen und Tafelspitz vor. In einer Wiener Buchhandlung findet sie sogar ihr Buch wieder. Doch wer ist der Mann, dessen Name auf dem Umschlag prangt? Hat es den „Küchenmeister“ Rudolf Rösch je gegeben? Recherchen führen Alice’ Enkelin Karina Urbach in Wiener, Londoner und Washingtoner Archive, in denen sie längst verloren geglaubte Briefe, Tonband- und Filmdokumente findet. Sie eröffnen ein bislang unbekanntes Kapitel in der Geschichte deutscher NS-Verbrechen.

Ein Kommentar zu “Ein interessantes Sachbuch: „Das Buch Alice“ von Karina Urbach

  1. Ah, das wär doch glatt was für meine Ma, auch nicht mehr so fit und daher leider Gottes – oder glücklicherweise, je nachdem – mit viel zeit fürs Lesen ausgestattet und dabei sehr an gelebter Geschichte interessiert. Vielen Dank.

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