Panikattacken und Ängste sind extrem belastend

Gefühlschaos (Bild von pixabay.com)

Seit über 16 Jahren leide ich nun schon unter Panikattacken. Die erste hatte ich unter der Geburt meiner großen Tochter, und danach phasenweise immer mal wieder. Bisher hat noch kein Arzt eine Ursache gefunden, und darum habe ich auch keine Medikamente, die helfen.

Seit erkannt wurde, dass ich eine Schilddrüsenunterfunktion habe und ich L-Thyroxin nehme, sind die Panikattacken weniger geworden, aber in belastenden Situationen kommen sie leider wieder.

Zusätzlich habe ich noch eine Angsstörung und Depressionen. Gegen letzteres nehme ich Tabletten, die mir grundsätzlich das Leben erleichtern, aber auch hier gilt wieder: in belastenden Situationen helfen sie nur bedingt.

Meine Angststörung äußert sich vor allem darin, dass ich Angst vor fremden Dingen/Situationen habe, aber auch vor Ärzten, Krankenhäusern usw.

Und das ist der Grund, warum es mir zur Zeit gar nicht gut geht.

Nächsten Montag muss mein Sohn für 1 Woche stationär in eine neurologische Klinik, um die Autismus Diagnostik abzuschließen. Und ich muss ihn begleiten. Diese Situation ist eine sehr große emotionale Belastung für mich. Für mich selber, aufgrund meiner eigenen Baustellen, aber auch, weil mein Sohn die gleichen Baustellen hat und ich natürlich versuche, ihn zu unterstützen.

Zeitgleich versuche ich, meine kleine Tochter emotional aufzufangen, die ganz schlecht damit klar kommt, dass ich ein Woche weg sein werde. Ihr ADHS erschwert die Situation noch, weil sie jetzt total durch den Wind ist. Und das meldet auch die Schule zurück.

Ich versuche also gerade, gleichzeitig an drei emotionalen Baustellen zu arbeiten und mein Körper sagt mir deutlich, dass es zuviel ist. Ich fühle mich krank, will mich gerne im Bett vergraben und möglichst viel schlafen. Gleichzeitig brauche ich ewig zum Einschlafen, träume schlecht und wache nachts immer wieder auf. Der Haushalt bleibt liegen, weil ich das gerade einfach nicht mehr schaffe.

Ständig kreisen meine Gedanken um die Klinik. Was wir mitnehmen und einpacken müssen, was da passieren wird, wie mein Sohn drauf sein wird. Ob ich ihm den Halt geben kann, den er braucht. Ob meine Kleine damit zurecht kommt, zum ersten Mal von mir getrennt zu sein. Wie ich sie dazu kriegen soll, am Montag morgen zur Schule zu gehen, wenn sie weiß, dass ich nicht zu Hause bin, wenn sie heim kommt…

Manchmal wünsche ich mir, ich wäre nicht so kompliziert, nicht so emotional, nicht honsensibel! An guten Tagen weiß ich diese Eigenschaften mittlerweile zu schätzen. Sie sind eben ein Teil von mir. Aber momentan ist es mir zuviel. Alleine die Angst vor Panikattacken setzt mir zu.

Manchmal ist das Leben gar nicht leicht…

7 Kommentare zu „Panikattacken und Ängste sind extrem belastend

  1. Mehrere besonderen Kindern alleinerziehend gerecht zu werden ist auch immer eine große herausforderung.
    Eines im Krankenhaus eines anders als gewohnt betreut zu Hause.
    Ich kenne das und finde es schon ohne Panikattacken und mit Schaukelpferdgemüt sehr belastend, kann dich gut verstehen.
    Und nun kommen noch die Coronaregeln hinzu.
    Warum geht die Abklärung nicht ambulant oder in einer Tagesklinik?
    Hängt etwas davon ab (Schule, Therapien) mit der Diagnostik nicht noch rtwas zu warten bis Corona nicht mehr so ein großes Thema ist?
    Sende ein dickes Kraftpaket.

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    1. Wir hängen jetzt schon über 3 Jahren in der Diagnostik. Und da es in der Schule massive Probleme gibt, ist sie einfach sehr wichtig. Ambulant haben wir es auch schon versucht, aber da hatten wir leider mit den Ärzten richtig Pech. Jetzt fühlen wir uns endlich ernstgenommen, und mein Sohn ist auch bereit, mitzumachen. Und in die Klinik zu gehen. Das war bisher nicht der Fall. Es jetzt zu verschieben würde aber auch nichts ändern an unserer Situation. Mit viel Glück wäre Corona vielleicht weg, aber ich glaube, das dauert noch.

      Gefällt 1 Person

    1. Ich habe meine Freundin als Unterstützung. Sie übernimmt die Kinder. Mein Verstand weiß auch, dass sie das zusammen hinbekommen. Aber das ist ja ein Problem der Angststörung…dass es eben keine rationale Sache ist. Aber eigentlich überwiegt der Optimismus, dass die Woche gut laufen wird. Zumindest, wenn meine Ängste mir nicht in die Quere kommen.

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  2. Du bist damit nicht alleine. Es reden nur leider wenige Menschen darüber. Mir hat vor vielen Jahren (mit Anfang 20) tatsächlich dieses Buch geholfen: Roger Baker: Wenn Plötzlich die Angst kommt. Alles Gute dir! Sonja

    Gefällt 2 Personen

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