Kindergeschichten, wie wir sie lieben: „Juli“ von Kirsten Boie

Wir haben ein Buch, in dem alle Geschichten über den Jungen Juli versammelt sind. Mittlerweile ein ziemlich zerlesenes Exemplar, weil ich es allen meinen Kindern wieder und wieder vorgelesen habe. Jetzt sind sie aus dem Alter raus, aber die Geschichten von Juli habe ich weggepackt, um sie vielleicht irgendwann für meine Enkel wieder hervor zu holen.

Juli ist noch recht klein, er geht noch in den Kindergarten. Und in seinen Geschichten erlebt er so einiges. Einmal ist ein Monster im Klo, vor dem er solche Angst hat, dass auch ml was in die Hose geht. Zum Glück weiß seine Freundin Katrin aber, dass man es besiegen kann, indem man ihm einfach auf den Kopf pinkelt.

Einmal erlebt er einfach einen ganz schrecklichen Tag, weil alles schief geh, was schief gehen kann. Erst verliert er sein Kuscheltier, dann muss er Jeans anziehen, obwohl er im Kindergarten turnen hat und den Knopf der Jeans nicht ohne Hilfe auf und zu machen kann. Dann hat er ein ekliges Frühstücksbrot dabei, es gibt nur Tee zu trinken usw.

Oder er feiert im Kindergarten Martinsfest und muss dafür etwas von seinen alten Spielsachen spenden, die er aber plötzlich unbedingt noch alle braucht, obwohl er schon ewig nicht mehr damit gespielt hat….

Alle Geschichten sind aus dem Leben der Kinder gegriffen und Julis Verhalten und Gefühle sind für kleine Zuhörer wunderbar nachzuvollziehen. Im Gegensatz zu dem perfekten Mädchen aus den ach so beliebten „Conni“ Büchern, lebt Juli in einer Welt, in der eben auch mal was schief geht, in der Eltern ihm nicht alles erlauben und ermöglichen und in der Juli auch mal richtig wütend wird und sich zur Not halt auch mal prügeln muss. Und dennoch wird natürlich auch bei Juli am Ende alles gut, wie es in Kinderbüchern sein muss.

Ich liebe diese Geschichten sehr, weil sie auch für uns erwachsene Vorleser total humorvoll und liebenswert geschrieben sind. Weil Juli keine perfekteMama hat, sondern eine, die auch mal nicht so viel Zeit hat für Juli, weil sie sich auch noch um das Baby kümmern muss. Und deren Liebe man trotzdem spürt. In so vielen anderen Kinderbüchern sollen die Kinder beim Zuhören etwas lernen. Es gibt Themen, die immer wieder aufgegriffen werden (Wackelzähne, Seepferdchen, Einschulung usw.), aber bei Juli findet man sowas nicht. Da sind es die Kleinigkeiten, die eine Geschichte entstehen lassen. Und das lieben wir!

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