Leuchtende Lyrik #3

Die Zufriedenheit

Wie sanft, wie ruhig fühl‘ ich hier
Des Lebens Freuden ohne Sorgen!
Und sonder Ahnung leuchtet mir
Willkommen jeder Morgen.


Mein frohes, mein zufried’nes Herz
Tanzt nach der Melodie der Haine,
Und angenehm ist selbst mein Schmerz,
Wenn ich vor Liebeweine.

Wie sehr lach‘ ich die Großen aus,
Die Blutvergießer, Helden, Prinzen!
Denn mich beglückt ein kleines Haus,
Sie nicht einmal Provinzen.


Wie wüten sie nicht wider sich,
Die göttergleichen Herr’n der Erden!
Doch brauchen sie mehr Raum als ich,
Wenn sie begraben werden?

Christian Felix Weiße (1726-1804)

Christian Felix Weiße war ein deutscher Dichter, Schriftsteller und Pädagoge und lebte in der Zeit der Aufklärung.

Seine Lyrik wurde, genau wie das oben vorgestellte Gedicht, zum Teil von Wolfgang Amadeus Mozart vertont.

Die Zufriedenheit (vertont von Mozart)

Dieser Dichter war mir bis vor Kurzem völlig unbekannt. Aber ich mag seine Gedichte sehr, sie beinhalten oft Gesellschaftskritik und häufig auch eine gute Portion Humor.

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