Leuchtende Lyrik #9

Frühling

Nun ist er endlich kommen doch
in grünem Knospenschuh;
Er kam, er kam ja immer noch,
die Bäume nicken sich’s zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
nun treiben sie Schuss auf Schuss;
im Garten der alte Apfelbaum,
er sträubt sich, aber er muss.

Wohl zögert auch das alte Herz
und atmet noch nicht frei;
es bangt und sorgt: Es ist erst März,
und März ist noch nicht Mai.

O schüttle ab den schweren Traum
und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag’s auch du.

Theodor Fontane (1819 bis 1898)

Theodor Fontane war ein berühmter deutscher Dichter, Journalist und Kritiker. Ursprünglich war er aber Apotheker, bis er diesen Beruf für seine schriftstellerische Tätigkeit aufgegeben hat. Er gilt als bedeutender Vertreter des poetischen Realismus.

Ich liebe besonders seine Balladen wie „John Maynard“ oder „Die Brücke am Tay“. Schon als Kind habe ich sie gerne gelesen, weil ich ihre Reimform und ihre Dramatik so mochte. Ich habe sie so oft gelesen, dass ich sie heute noch teilweise auswendig kenne.

3 Kommentare zu „Leuchtende Lyrik #9

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