Ich fand es okay: „Judith und Hamnet“ von Maggie O’Farrell

Von diesem Buch hatte ich schon viel gelesen und gehört bevor ich es endlich gelesen habe. Und obwohl es mir tatsächlich gefallen hat, verstehe ich die Begeisterung nicht in vollem Umfang.

Es ist gut geschrieben, aber schon der Titel „Hamnet und Judith“ passt nicht so richtig. In meinen Augen hätte es eher „Agnes“ heißen müssen, denn das ist der Name der Protagonistin um die es wirklich geht.
Wir lernen Agnes schon bei ihrer Geburt kennen und erleben mit ihr einen großen Teil ihres Lebens. Einschließlich den Verlust ihres Sohnes Hsmnet den ihr Mann William später in dem Stück Hamlet auf der Bühne verarbeitet.

Diesen Aspekt der Geschichte fand ich spannend, den familiären und emotionalen Hintergrund der Tragödie.

Auch Agnes ist eine überaus interessante und schwer zu greifende Persönlichkeit, was auch wirklich gut rüberkommt.

Die Autorin hat einen tollen Schreibstil und vermag besonders die emotionalen Aspekte der Geschichte tatsächlich fühlbar zu machen. Gerade den Verlust des Sohnes macht sie so auch für den Leser spürbar. Man leidet mit Agnes.

William, der Vater ist so oft abwesend von der Familie, dass er auch für mich als Leser abeesend war. Ich konnte zu ihm keine Beziehung aufbauen, völlig egal wer er ist. Und das hat mich gestört. Während die Autorin die Gefühle der anderen transparent und spürbar machen konnte ist ihr das bei William nicht gelungen.

Es gibt auch ein paar Momente in der Geschichte, die mir ein bißchen zu abwegig waren. Auch das hat mich gestört.

Dennoch war es im Großen und Ganzen ein gutes Buch, dem ich 3 von 5 Sternen geben würde. Ich bin aber sicher, dass es keins ist, das mir im Gedächtnis bleiben wird.

Kurzbeschreibung:

Überraschend und emotional: die Tragödie hinter Shakespeares »Hamlet«

Agnes sieht ihn und weiß: Das wird er sein. Dabei ist der schmächtige Lateintutor noch nicht einmal achtzehn. Egal! Besser, sie küsst ihn schnell. Besser, sie erwartet ein Kind, bevor ihr einer die Heirat verbieten kann. Vierzehn Jahre später sind es drei Kinder geworden. Nur wo soll das Geld herkommen, solange ihr Mann wer weiß was mit diesen Theaterstücken treibt? William ist in London, als der elfjährige Hamnet die Beulen am Hals seiner Zwillingsschwester Judith ertastet. Als Agnes im Blick ihres Sohnes den Schwarzen Tod erkennt.
Maggie O’Farrell entdeckt Shakespeare neu, als Liebenden und als Vater. Vor allem aber erzählt sie zum ersten Mal die unvergessliche Geschichte seiner eigensinnigen, zärtlich kühnen Frau: Agnes.

ISBN: 978-3-492-07036-2

Seitenzahl: 416

Verlag: Piper

Preis: 22,00 Euro

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