Nicht leicht zu lesen: „Was wir scheinen“ von Hildegard E. Keller

Erstmal möchte ich sagen, dass mich das Cover durch seine Schlichtheit direkt angesprochen hat. Und auch der Klappentext klingt vielversprechend.

Ich hatte von Hannah Arendt bereits vor dem Buch gehört, wusste aber eigentlich nur, dass sie eine jüdische Journalistin war und ein berühmtes Buch zu den Prozessen gegen Eichmann geschrieben hat.
Ich hatte gehofft, durch diesen Roman noch einiges mehr über diese interessante Frau zu erfahren.

Allerdings habe ich mich durch das erste Drittel des Buches eher durchgequält. Mir sagten die Namen der Freunde und Bekannten von Hannah Arendt nichts, und das hat das Lesen sehr schwer gemacht. Da es leider kein Nachwort oder Glossar in diesem Buch gibt, habe ich erstmal im Internet über Arendt recherchiert. Das hat mir beim Lesen dieses Romans extrem weitergeholfen!

Nachdem ich die Personen und Gegebenheiten einordnen konnte, habe ich endlich in einen Lesefluss gefunden und fand bestätigt, was ich erwartet hatte: dass Hannah Arendt wirklich eine starke, intelligente Frau war, die sich auch auf philosophischer Ebene durchaus einen Namen gemacht hat.

Wäre mir der Einstieg nicht so schwergefallen, hätte ich das Buch vielleicht noch besser bewertet. So bekommt es von mir nur 3 von 5 Sternen.

Kurzbeschreibung:

Im Sommer 1975 reist Hannah Arendt ein letztes Mal von New York in die Schweiz, in das Tessiner Dorf Tegna. Von dort fliegen ihre Gedanken zurück nach Berlin und Paris, New York, Israel und Rom. Und sie erinnert sich an den Eichmann-Prozess im Jahr 1961. Die Kontroverse um ihr Buch Eichmann in Jerusalem forderte einen Preis, über den sie öffentlich nie gesprochen hat.

Mit profunder Kenntnis von Leben, Werk und Zeit gelingt Hildegard Keller ein intimes Porträt, ein faszinierend neues Bild einer der bedeutendsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts.

ISBN: 978-3-8479-0066-5

Seitenzahl: 576

Verlag: Eichborn

Preis: 24,00 Euro

2 Kommentare zu „Nicht leicht zu lesen: „Was wir scheinen“ von Hildegard E. Keller

  1. ganz ähnlich erging es mir mit dem Roman „Verloren in Amerika“ von Isaac Singer. Ich saugte ihn auf wie einen Schwamm, aber erst nachdem ich nach dem ersten fünftel des Romans ein zweites Mal zu lesen begann und mir Notizen über die komplizierten Personenzusammenhänge machte. Vielleicht handelt es sich bei der Gestaltung um eine jüdische Tradition…

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: