Verlorene Wissenschaft

Heute möchte ich euch gerne einen Beitrag rebloggen, den ich wirklich gut finde! Genau zu diesem Thema wollte ich auch schreiben, finde aber, dass hier schon das Wichtigste gesagt wurde:

Was hatten wir jetzt alles? AstraZeneca für nicht über 60, für alle, für eingeschränkt unter 60 und zuletzt ausschließlich für über 60. Die Experten treten jedes mal mit großer Gewissenhaftigkeit auf und berufen sich auf die Ernsthaftigkeit ihrer Empfehlungen und Überprüfungen. Aber es zeigt nur eines: Exakte Wissenschaft tut sich in der Medizin schwer. Für […]

Verlorene Wissenschaft

Gerade die AstraZeneca Geschichte betrifft mich gerade, weil meine Mutter möchte, dass ich ihr einen Termin mache zum Impfen. Sie ist 69, hat Bluthochdruck, Diabetes, vor 20 Jahren schon einen schweren Herzinfarkt… und ich habe Bauchweh bei dem Gedanken, dass sie damit geimpft werden soll.

4 Kommentare zu „Verlorene Wissenschaft

  1. … und vermutlich hast du Bauchweh, wenn du ihr nicht die Chance gibst, so schnell wie möglich einen Impftermin zu erhalten….
    Man weiß halt nicht, ob gerade sie diese Eine von hunderttausend ist, auch wenn das Risiko bei den Alten noch dazu wesentlich geringer ist.

    Meine beiden Brüder und ihre Frauen (81/77 und 69/63) und meine Schwester (66) sowie mein Schwiegersohn (40) wurden mit AstraZeneca geimpft, und nur mein Schwiegersohn hatte ca. 12 Std. lang Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Meine Geschwister und Schwägerinnen sind alle gesundheitlich erheblich vorbelastet, und für alle wäre ein schwerer Covid-Verlauf vermutlich tödlich.

    Die Schwägerin meiner Schwester erkrankte letztes Jahr im April an Covid, leichter Verlauf, war nach 2 Wochen Quarantäne wieder negativ. Aber zu ihrer Diabetes kamen massive Herzprobleme, sie hat sich bis zu ihrem Tod im August nicht von dieser leichten Infektion erholt. In der Statistik taucht sie nicht bei den bald 80.000 Todesopfern auf.

    Leider habe ich noch immer keinen Termin. In Bayern muss man sich registrieren und warten, bis man eine Benachrichtigung erhält. Beim Hausarzt habe ich mich zusätzlich auf die Warteliste setzen lassen. Ich würde jeden Impfstoff nehmen, der mir angeboten wird. Und eine Vollkasko-Sicherheit gibt es bei keinem Medikament der Welt.

    Alles Gute und liebe Grüße

    PS: Mein Buch von BoD ist auf dem Weg zu mir. Freu mich und bin schon gespannt 🙂

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  2. Obwohl ja nun etwas älter, fand ich Deinen Beitrag insofern interessant, als er zeigt, wie schwer es für Nicht-Wissenschaftler ist, mit der Art und Weise umzugehen, wie Wissenschaft funktioniert: nämlich als allmählicher Erkenntnisgewinn, der auch schon mal durch ein oder zwei Schritte zurück gekennzeichnet ist, weil Erkenntnisse modifiziert oder sogar revidiert werden müssen. Dass Forscher und Journalisten zu einem gegebenen Zeitpunkt den jeweiligen Kenntnisstand als gesichert darstellen, mag man kritisieren. Allerdings, was bleibt ihnen eigentlich anderes übrig? Sollen sie jedes Mal dabei sagen: Liebe Leser, das gilt nur solange, bis es durch den wissenschaftlichen Fortschritt überholt ist? Die jetzige Pandemie ist nun eine Situation, in der durch die Bündelung und Konzentration außergewöhnlich vieler wissenschaftlicher Kräfte in Universitäten, Kliniken und Unternehmen sehr viel an wissenschaftlichen Untersuchungen aufeinandergefolgt sind in einem Bereich, in dem man erstmal praktisch bei Erkenntnisstufe Null anfangen musste. Also ist dann – glücklicherweise ! – in einem viel schnelleren Tempo, als normalerweise üblich, ein Erkenntnisgewinn auf den nächsten gefolgt, mit Modifikationen, aber auch Revidierungen (z.B. in Bezug darauf, ob bestimmte Medikamente gegen Covid-19 wirken oder nicht oder innerhalb welcher Zeitspanne nach der Infektion). Für einen Wissenschaftler ist das eine Situation, die er kennt, wenn auch jetzt in Zeitraffa ablaufend. Aber für alle anderen?
    Die Frage, die sich mir, nicht nur nach Deinem Beitrag, sondern aufgrund vieler irritierter Rückmeldungen in den Sozialen Medien, stellt, ist, ob die wissenschaftliche Community überhaupt in Pandemiezeiten derart offen ihre wissenschaftlichen Bemühungen und Ergebnisse publizieren sollten. Offensichtlich kann die breite Öffentlichkeit damit nicht umgehen. Dass das alles so offen kommuniziert worden ist, beruht auf einer früheren Auswertung der vorherigen SARS-Epidemien in Asien und in der Golfregion. Eine der Schlussfolgerungen dieser Auswertung war, dass die Verantwortlichen in Demokratien, um die Bevölkerung in die Bekämpfung einer Epidemie mitzunehmen und einzubinden, die wissenschaftliche Entwicklung und politischen Maßnahmen sehr offen kommunizieren müssten. Anscheinend muss diese Schlussfolgerung nun doch modifiziert werden. Auch das ist wieder ein normaler Schritt im wissenschaftlichen Prozess! 😉

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