Hätte man mehr draus machen können: „Jesus, die Milch ist alle“ von Jonas Goebel

Titel und Cover des Buches fand ich direkt ansprechend. Das Thema Glaube und Kirche ist eines, das mich in meinem Leben sehr interessiert. Und ich finde eine Modernisierung der Kirche dringend notwendig.
Da dieses Buch von einem jungen Pastor geschrieben wurde, hatte ich mir vorgestellt, dass er eine humorvolle Geschichte verfasst hat, in der er Jesus aber auch ein paar moderne Ideen durchdenken lässt. Aber leider hat das Buch meine Hoffnung nicht wirklich erfüllt.

Der Anfang der Geschichte war vielversprechend und auch wirklich zum Schmunzeln. Jesus und Martin Luther stehen plötzlich vor der Tür eines jungen Pastors und seiner Freundin und beschließen, dort ab nun zu wohnen. Die vier bilden also eine WG, was natürlich die perfekte Grundlage ist, Zeit miteinander zu verbringen und Gespräche zu führen. Das hat mir echt gut gefallen, die Babsis war vielversprechend. Aber für mich ging es leider nicht so gut weiter.

Zum einen fand ich sowohl Jesus als auch Martin Luther echt unsympathisch. Ich weiß nicht, ob Luther als realer Mensch auch so war, weil ich katholisch bin und mich mit Luther als Person nie beschäftigt habe, aber irgendwie finde ich ihn in diesem Buch total überflüssig. Es hätte nichts gefehlt, wenn man ihn einfach weggelassen hätte.

Jesus wurde auf „modern“ gemacht, was meiner Meinung nach aber auch nicht wirklich gelungen ist. Denn eigentlich schiebt er nur die Arbeit, weswegen er zurück gekommen ist vor sich her und verbringt seine Zeit lieber vor der Playstation. Das erinnert eher an einen pubertären Jungen, der keinen Bock auf Schule hat als einen modernen Jesus. Auch die Jugendsprache, die der Autor ihm zugedacht hat, gefällt mir nicht. Modern muss ja nicht gleich primitiv sein.

Es gibt immer mal wieder Gespräche mit Jesus. Über Gott, den Himmel, seine Ansichten zur Klimakrise usw. Die fand ich im Buch tatsächlich am interessantesten. Leider sind das aber viel zu wenige und bleiben zu oberflächlich. Es gibt auch ein paar sehr schöne Stellen in dem Buch (z.B. wenn Jesus Fähigkeit beschrieben wird, sich auf die Menschen einzulassen), aber auch das sind zu wenige.

Mein Fazit: Tolle Idee, aber man hätte viel mehr daraus machen können. Schade! Das Buch wird bei mir mit Sicherheit sehr schnell in Vergessenheit geraten.

Kurzbeschreibung: „Hi, ich bin Jesus. Ich wohn‘ jetzt hier.“ Mit diesen Worten zieht Jesus eines Tages bei Jonas und seiner Freundin ein. Während sie gemeinsam durch die Pubs ziehen, Netflix schauen und Stimmung in den Seniorenkreis bringen, kann Jonas seinem neuen Mitbewohner endlich die Fragen stellen, die ihm schon lange unter den Nägeln brennen: Wie findet Jesus eigentlich unsere Gottesdienste und Krippenspiele? Was sagt er zum Klimaschutz? Hat der Himmel eine Obergrenze und was hat es eigentlich mit dem Heiligen Geist auf sich? Das witzige Jesus-Buch eines jungen Pastors mit viel Tiefgang und Stoff zum Diskutieren – und einem ganz besonderen Überraschungsgast.

ISBN: 978-3-451-38957-3

Seitenzahl: 160

Verlag: Herder

Preis: 16,00 Euro

Ein Kommentar zu “Hätte man mehr draus machen können: „Jesus, die Milch ist alle“ von Jonas Goebel

  1. Ich hab auch schon öfters die Frage gestellt: Wenn Jesus nochmal auf die Erde käme, was würdest du ihn fragen?

    Wenn Jesus wirklich „Playstation“ spielen würde, wäre er überflüssig. Geschissen drauf. Dazu brauchen wir keinen Erlöser.

    LG Sven 🙂

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