Der Eurovision Song Contest

Ich habe es getan: Ich habe mir den ESC 2021 angeschaut. Zusammen mit meiner Freundin und meiner 16 jährigen Tochter. Und was soll ich sagen? Ohne Alkohol war das Ganze wirklich nur schwer zu ertragen!

Ich habe den „Grand Prix“ schon als Kind geguckt – da durfte ich allerdings noch nicht bis zum Ende aufbleiben. Später haben meine Freundin und ich ihn zusammen geschaut. Wir… und Vodka Cola. Ich kann mich an so eine ESCs erinnern, die dadurch echt Spaß gemacht haben. Aber gestern????

Wir sind es ja gewöhnt, dass unser deutscher Beitrag fast immer auf den letzten Plätzen landet. Leider fast immer zurecht. Und so auch diesmal. Auch wenn ich unseren Interpreten Jendrik wirklich sympathisch finde – das Lied war höchstens mittelmäßig. Und die Performance hatte einen sehr hohen Fremdschämfaktor. Zumindest für mich.

Ich weiß nicht, ob ich mit 42 Jahren zu alt bin für den ESC, aber den Siegertitel finde ich furchtbar. Und ich kann absolut nicht nachvollziehen, warum er gewonnen hat! Wenn schon Hardrock, warum dann nicht die Finnen? Das Lied fand ich um Längen besser!

Am schwersten zu ertragen war für mich die Ukraine – bei diesem Lied rollten sich mir die Fußnägel auf. Und dass United Kingdom absolut gar keine Punkte bekommen kann, verstehe ich auch nicht. Es war kein Meisterwerk, aber Zero Points hatte es nicht verdient.

Mir persönlich gefiel das Lied aus Schweden am besten. Dicht gefolgt von Norwegen und der Schweiz. Aber die Songs, die ich mag, gewinnen nie. Das scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein!

Ich muss zugeben, mir ist so ein Grand Prix Abend zu lang. Immer wieder Schnelldurchlauf, die ewig dauernde Punktevergabe… Gott sei Dank hat man ja ein Handy, an dem man daddeln kann, um sich irgendwie wachzuhalten.

Ich vermisse ja die Zeit, in der in Landessprache gesungen werden musste. Das fand ich einfach spannend – wann hört man man so viele unterschiedliche Sprachen? Und das auch noch gesungen?!

Mir sind auch die ganzen Effekte und grellen Farben zu viel – dem möchten weder meine Augen noch mein Gehirn ausgesetzt werden. Und viele Interpreten (oder vor allem Interpretinnen), scheinen echt austauschbar zu sein. Die blonde Sängerin vom ersten Lied in diesem silbernen Glitzerkleid – war das nicht die gleiche, die später dann für Moldava aufgetreten ist? *ironieoff*

An das „Lückenfüllerprogramm“ vor der Punktevergabe kann ich mich heute schon nicht mehr erinnern.

Und so völlig ohne Maske und Abstand … irgendwie war das ein komisches Gefühl, dem Ganzen zuzusehen. Als gäbe es Corona überhaupt nicht. Ich wüsste ja gerne, wie viele Neuinfektionen es nach dem ESC unter Publikum und Interpreten geben wird… Ich weiß auch nicht, ob das wirklich nötig war. Ja, der ESC war schon mal ausgefallen. Aber ist es nicht irgendwie auch dekadent, dass er ausgerichtet wird, während immer noch die Intensivstationen voll sind mit Patienten? Während immer noch die meisten Menschen nicht geimpft werden konnten? Während der normale Alltag immer noch runtergefahren ist? Ich finde, man hätte verzichten können und sollen. Einfach um ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

5 Kommentare zu „Der Eurovision Song Contest

  1. Ich denke auch, dass wir langsam zu alt werden. Italien hatte auf meiner Übersicht ein fettes Minus. Die meiner Meinung nach schönsten Lieder landeten nahezu alle in der unteren Hälfte der Wertung.
    Und den deutschen Beitrag fand ich herrlich erfrischend und vor allem anders. Gute Laune. Definitiv nicht vorletzter Platz.
    Und dennoch: Alle Jahre wieder, damit man sich aufregen kann. 🙂

    Gefällt 2 Personen

  2. Daniela, mit der Abkürzung ESC kam ich zunächst überhaupt nicht zurecht, musste dafür googeln. Habe in dieses Format noch nie auch nur einen flüchtigen Blick geworfen. Noch schlimmer: habe auch kein Gerät, Fernseher genannt, der mir dabei behilflich sein könnte. Aber positiv: seit 8 Jahren keinen Alkohol zu mir genommen!

    Gefällt 1 Person

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