War zurecht nominiert für den Jugendbuchpreis: „Bus 57“ von Dashka Slater

Von diesem Jugendbuch bin ich sehr beeindruckt. Und zwar aufgrund der unglaublich detaillierten Recherche der Autorin.

Man merkt beim Lesen, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Und die Autorin hat dieses reale Geschehen nicht nur zu einer Geschichte ausgebaut, sondern wirklich intensiv recherchiert.

Sie hat die Nachrichten verfolgt, die Prozesse usw. Und sie schafft es, niemanden zu verurteilen, sondern die beiden Protagonisten so vorzustellen, dass mir als Leser deutlich wurde, dass es immer wichtig ist, hinter die Kulissen zu blicken. Man darf niemals jemanden nur aufgrund einer Momentaufnahme be- oder gar verurteilen! Und das finde ich wirklich unglaublich gut.

Ich hatte zuerst versucht, dieses Buch als Hörbuch zu hören, aber in der deutschen Übersetzung ist das wirklich schwierig, weil die Autorin sehr drauf achtet, nicht zu gendern.

Die Hauptperson des Buches empfindet nicht als non-binär, also weder als männlich noch weiblich. Und dementsprechend sind auch die Pronomen ihr/ihm usw. nicht passend. In der deutschen Übersetzung werden sie mit „sier“ ersetzt. Ich finde es klasse, dass es diese Möglichkeit gibt und dieses Buch hilft wirklich, Menschen zu verstehen, die keine CIS Menschen sind. Die Autorin erklärt da auch wirklich toll, welche Möglichkeiten des Empfindens und Liebens es gibt – das ist großartig!

Aber dadurch ist das Buch als Hörbuch wirklich sehr anstrengend zu hören, weshalb ich es mir dann doch als Print gekauft habe.

Kurzbeschreibung:

Zweifach nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020!

Kriminalgeschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen, sind selten romantisch. Doch gerade diese brechen uns gewöhnlich das Herz. (NewYork Times)
Der Bus der Linie 57 ist das einzige, was Sasha und Richard miteinander verbindet. Richard ist Afroamerikaner, geht auf eine öffentliche Schule und hat gerade einen längeren Aufenthalt in einer betreuten Wohngruppe für jugendliche Straftäter hinter sich. Sasha ist weiß, besucht eine Privatschule und identifiziert sich selbst als agender. Nur acht Minuten täglich verbringen Sasha und Richard gemeinsam im Bus 57. Bis zu dem Tag als Sasha den langen weißen Rock trägt und Richard ihn anzündet.

Dashka Slater hat den nachfolgenden Gerichtsprozess monatelang verfolgt, mit Beteiligten gesprochen und die Hintergründe recherchiert. Bus 57 ist die akribische Dokumentation eines berührenden Falles, der tragischen Verstrickung zweier Jugendlicher, die doch nur eines wollen: glücklich sein, trotz allem.


Im Februar 2015 erschien im New York Times Magazine unter der Überschrift The Fire on the 57 Bus ein längerer Artikel der Journalistin Dashka Slater über einen Vorfall, der sich eineinhalb Jahre zuvor in Oakland ereignet hatte. Ein afroamerikanischer Teenager setzt die Kleidung eines Gleichaltrigen in Brand, der genderqueer ist. Sashas und Richards Schicksal ließ Dashka Slater nicht mehr los, so dass aus dem Artikel dieses Buch entstanden ist. Sie erzählt darin von Sashas ungewöhnlicher fantasievoller Kindheit, dem Coming-Out, den Krankenhausaufenthalten, aber auch von der Unterstützung, die Sasha erfährt, nicht nur in der LGBTQ-Community. Genauso sorgfältig arbeitet sie Richards Geschichte auf und wirft einen Blick auf ein Justizsystem, das afroamerikanische Jugendliche anders zu behandeln scheint als weiße. Die Staatsanwaltschaft stuft Richards Tat zunächst als Hate-Crime ein, wodurch ihm ein Verfahren unter Erwachsenenstrafrecht droht und damit eine womöglich lebenslange Haftstrafe.

ISBN: 978-3-7432-0363-1

Seitenzahl: 400

Verlag: Loewe

Preis: 18,95 Euro

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