Mein Verhältnis zu Geburtstagen

Ich liebe es, wenn die Menschen die ich liebe, Geburtstag habe. Ich mache total gerne Geschenke, und ich liebe es, mit meiner Freundin die Geburtstage unserer Kinder vorzubereiten. Wir kaufen Luftballons und schmücken das Wohnzimmer, meine Freundin backt, und wir gestalten einen Gabentisch.

Noch schöner war es, als die Kinder noch kleiner waren – da konnten wir dann noch ausgiebig Geschenke stoppen und einpacken. Mittlerweile sparen die Kinder eher auf größere Dinge und wünschen sich hauptsächlich Geld.

Was ich wirklich absolut nicht mag sind Geburtstagspartys. Die sind für mich der pure Stress und Kindergeburtstage sowieso. Da muss ich ehrlich zugeben, dass es mich freut, dass meine Kinder auch nicht scharf darauf sind.

In ein paar Tagen, am 19.6., habe ich selbst Geburtstag. Und im Laufe meines Lebens habe ich so viele miese Geburtstage gehabt, dass ich ihn nicht mehr feiere.

Klar, von meiner Freundin bekomme ich bestimmt ein schönes Geschenk. Und von meinen Kindern auch. Wenn ich Glück habe, drückt mir mein Vater 30 zusammen gefaltete Euro in die Hand (bis auf letztes Jahr, da war das Geld völlig überraschend in einem Umschlag!). Dann gibt es noch ein paar WhatsApp Nachrichten von Freunden und fertig.

Ja, ich wollte schon immer mal „so richtig“ Geburtstag feiern. Aber ich kenne kaum Leute, komme auf Partys überhaupt nicht klar, weil mir alles zu viel und zu laut ist, und ich bin auch überhaupt kein Mensch, der sowas organisieren könnte. Aber manchmal…. wäre ich gerne so ein Mensch!

Mir ist es furchtbar unangenehm, irgendwo im Mittelpunkt zu stehen. Ich würde mich aber auch total über Geschenke freuen, kann das aber nur schlecht zeigen, weil ich überfordert wäre und es mir unangenehm ist, wenn jemand Geld für mich ausgibt.

Aber manchmal… wäre ich gerne ein Mensch, der im Mittelpunkt zu stehen genießt. Der mit Geschenken überhäuft wird und das gerne annehmen kann.

Ich werde 43, und ich habe gelernt, mich selbst zu mögen, wie ich bin. Aber manchmal spüre ich, wenn mein Geburtstag naht, doch nochmal diesen Stich, den ich als Kind und Teenager so oft an meinen Geburtstagen gespürt habe. Und dann kommt auch immer nochmal das Gefühl auf, dass ich hatte, wenn keiner zu meinen Geburtstagspartys kam. Vielleicht wird man so etwas einfach sein Leben lang nicht mehr los…

8 Kommentare zu „Mein Verhältnis zu Geburtstagen

  1. Ein Zwilling😊 ich auch, bin 2 Tage nach dir dran… ich finde es wichtig, dass du den Tag so gestaltet wie es sich für dich gut anfühlt. Und klar wünscht man sich manchmal Eigenschaften, die einem fehlen… aber hey, dann wärst du ein ganz anderer Mensch und willst du das wirklich? 😁🌸🌻

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  2. Ich kenne dich nicht, aber das Gefühl etwas zu wünschen und gleichzeitig zu wissen, dass es doch irgendwie unangenehm wäre, wenn der Wunsch in Erfüllung ginge, kenne ich sehr gut. Auch mein Verhältnis zu meinen Geburtstagen ist von Kindheit an sehr gespalten – die erste „richtige“ Geburtstagsfeier habe ich mir zum 60. (!) gegönnt. War toll, keine Frage, aber muss ich so bald nicht wieder haben.

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  3. Ich habe jahrelang das Geburtstagfeiern geübt. Mir ging es wie Dir. Aber ich fand es schade. Zumal ich eine kleine Wohnung habe, und viel seltener Leute einlade als umgekehrt. Für mich ist ein Geburtstag die Möglichkeit, meine Freund/innen zu feiern und einen schönen Abend miteinander zu verbringen. Manchmal in kleiner, manchmal in großer Runde. Ich bin nach wie vor nicht perfekt, fremdele oft und schwöre fast jedes Mal, nie mehr zu feiern, aber dann mache ich es im nächsten Jahr doch wieder. Muss niemand. Aber für mich ist es eine Herausforderung geworden, der ich mich gerne stelle…

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  4. Ich auch 🙂 Ich verstecke mich lieber, als mich in eine „lustige“ Runde zu stürzen, ich mag es nicht, im Mittelpunkt zu stehen und mir ist es peinlich, wenn ich beschenkt werde – und meistens gefällt mir dieses Geschenk gar nicht …

    Geburtstage wurden bei uns nie groß gefeiert, mal von den Kindergeburtstagen abgesehen, aber das hat sich schon in der Grundschulzeit wieder normalisiert.

    Mein schönster Geburtstag war auch mein 60., ich war 7 Jahre zuvor von Bayern in den Norden gezogen, und keines meiner Geschwister war bis dahin oben gewesen. „Wir kommen zu deinem Geburtstag, haben schon die Zimmer gebucht, und wenn du uns nicht sehen willst, stellen wir dir einfach einen Blumenstrauß vor die Tür“, schrieb mir mein Bruder. Tja, da wurde ich aktiv 🙂 und es war die schönste Feier ever. Die ganze Patchworkfamilie war zusammengekommen, man kannte sich gegenseitig überhaupt noch nicht, und es war einfach nur großartig, herzlich, wunderschön.

    Das wollte ich so nochmal erleben und lud an meinem 65. Geburtstag alle wieder ein. Es war ein Abklatsch, um das Wort Desaster zu vermeiden. Die Lebensumstände hatten sich bei einigen geändert, auch bei mir.

    Mein 60. Geburtstag ließ und lässt sich einfach nicht wiederholen, das habe ich akzeptiert. Ich freue mich jetzt über einen Anruf oder eine Nachricht und gut ist’s.

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