Leserunden – meine erste ist meine letzte!

Ich nehme gerade zum ersten Mal in meinem Leben an einer Leserunde teil. Bei lovelybooks.de.

Wir lesen „Der Brand“ von Daniela Krien.

Der Beginn der Leserunde hat mir gut gefallen: wir wurden gefragt, wie uns Cover und Klappentext gefallen, ob wir andere Bücher drr Autorin kennen und wie uns die Leseprobe gefallen hat.

Es war interessant zu lesen wie die anderen das alles empfunden haben, dass es uns z.B. beim Cover allen ähnlich ging.

Aber dann begann die eigentliche Leserunde! Das Buch gliedert sich in insgesamt 3 Wochen, so dass es dazu passend 3 Leserundenabschnitte gibt.

Und schon sind wir am ersten Punkt, der mich stört: ich soll quasi nach jeder Woche unterbrechen und mich mit den anderen Lesern austauschen. Das stört extrem meinen Lesefluss und macht mir damit mein Leseerlebnis ein bißchen kaputt.

Zusätzlich scheine ich ein total anderer Lesetyp zu sein als meine Mitleser. Sie analysieren total viele Szenen machen sich Gedanken, was in der Vergangenheit der Charaktere passiert sein könnte und was evtl. passieren wird.

Sie urteilen über die Charaktere, suchen Erklärungen, denken darüber nach, wie sie sich in der Situation fühlen würden usw.

Und ich mache das alles so absolut überhaupt nicht! Ich lasse mich beim Lesen hauptsächlich von der Stimmung der Geschichte tragen. Und ich spekuliere nicht, was alles noch passieren könnte. Oder was in der Vergangenheit passiert sein könnte. Entweder erfahre ich das im Laufe noch, oder es ist nicht wichtig.

Natürlich mag auch ich manche Charaktere im Buch mehr als andere. Oder kann sie besser verstehen oder ihre Gedanken/Handlungen besser nachvollziehen. Aber ich habe überhaupt keine Lust, das zu analysieren.

Ich denke meist erst nach dem Lesen über das Buch nach. Darüber ob die Spannung gut aufgebaut und gehalten wurde wie vorhersehbar die Geschichte war, ob die Stimmung gut zur Geschichte passte usw.

Ich bilde mir selten ein Urteil über die Charaktere, überlege eher für mich, ob sie authentisch waren, ob ihre Darstellung und ihr Handeln tatsächlich zu ihrem Verhalten gepasst haben u.ä.

Das Buch in einzelnen Abschnitten zu „zerreden“ oder sogar meine Analysen noch – wie früher im Deutschunterricht – mit Zitaten zu belegen, macht mir die Freude am Lesen kaputt.

Es sei denn, es geht um ein Sachbuch; in dem Fall kann ich mir gut vorstellen mich direkt über auszutauschen.

Fazit: Leserunden sind nichts für mich. Ich mache lieber weiter wie bisher und schreibe meine Rezensionen, wenn ich mit einem Buch fertig bin. Ich hoffe, das ist in eurem Sinne!

14 Kommentare zu „Leserunden – meine erste ist meine letzte!

  1. Ja, Leserunden können Spaßbremsen sein, weil man das Buch tatsächlich ja in einzelne Abschnitte zerpflücken muss. Trotzdem können Leserunden super schön sein – aber LovelyBooks ist nicht die richtige Plattform dafür, zumindest nicht in meinen Augen.

    Ich habe viele Jahre Bücher ausschließlich in Leserunden gelesen, ich konnte mir gar nicht mehr vorstellen, wie es ist, ein Buch ganz alleine zu lesen. Der Austausch mit den Autoren ist echt toll und zu spekulieren, wer wen und warum umgebracht hat (z. B.) kann auch ganz witzig sein.

    Ich habe immer mehrere Bücher parallel gelesen, damit mich das Leserundenbuch nicht ausgebremst hat.

    Aber ja – es gibt auch Leseratten, die in einer Leserunde total fehl am Platz sind, weil sie damit nicht klar kommen, ein Buch zu zerpflücken. Das darf auch jeder halten, wie er/sie möchte. 🙂

    LG Babsi
    (die viele Jahre Moderatorin in einem Leserunden-Forum war)

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  2. Ein interessanter Bericht! So wie du es schilderst, wäre das auch nichts für mich. Ich möchte die Bücher nicht zerfleddern und zerreden, sondern genießen. Und freue mich, wenn du weiter deine eigenen Rezensionen schreibst. Es kann sich ja zum Glück jeder aussuchen, auf welche Weise er Bücher am liebsten serviert bekommt 🙂

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  3. Die Art und Weise gefällt mir nicht.
    Es mag sein, dass es sinnvoll ist, ein Buch in einem bestimmten Zeitraum zu lesen und dann sich auszutauschen
    So wie ich es verstehe, geht es auch nicht um eigene Interpretationen.
    In sehr vielen Bereichen, fällt mir dieser Gruppenzwang (genaue Vorgaben, Regeln, Kontrollen, b Koch- u. Backforen ect. ) unangenehm auf
    „ Die Gedanken sind grundsätzlich frei!“
    Sollte ich es missverstanden haben, bitte ich um entsprechenden Hinweis
    Lg Meggie

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    1. Hi Meggie, Dein Posting war zwar nicht an mich gerichtet, ich klinke mich aber mal ein – ich hoffe es ist ok.

      Lesen ist individuell und jeder hat andere Gedanken zu einer Geschichte. Das sieht man ja schon daran, dass 10 Leute das gleiche Buch total unterschiedlich rezensieren. In einer Leserunde geht es darum, sich über das Gelesene auszutauschen. Gefällt mir das Buch, die Protagonisten, wen mag ich, wen mag ich nicht, warum hat der Autor gerade dieser Frau/diesem Mann diese Rolle zugeteilt, warum handelt jemand so (dumm?) …..

      Mir ist in Leserunden ganz oft aufgefallen, dass manche Leser jede Kleinigkeit wahrnehmen, andere jedoch über vieles hinweglesen. Gerade bei Krimi/Thriller kann das ja den Unterschied machen, ob ich selbst auf die Spur des Täters komme, oder ob ich bis zum Ende im Dunkel tappe.

      Die Gedanken sind natürlich auch in Leserunden frei und das Buch darf einem selbstverständlich auch nicht gefallen. 🙂

      LG Babsi

      Gefällt 2 Personen

    1. Deutschunterricht mochte ich eigentlich. Aber miteinander über ein Buch reden ist auch immer noch was anderes, als schriftlich darüber zu diskutieren. Das artete nachher echt in Arbeit aus, und darauf habe ich wirklich keine Lust. Dir auch ein schönes Wochenende!

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