Die Schulbücherei als „Stiefkind“ der Schule

Heute haben wir Bücherei-Eltern zum ersten Mal seit Beginn der Lockdowns die Schulbücherei unserer Grundschule betreten. Und … Überraschung: Wir sind umgezogen worden!

Unser Raum war echt groß, jetzt ist er deutlich kleiner. Und von diesem kleineren Raum dürfen wir nur eine Hälfte nutzen, die andere gehört der benachbarten OGS Gruppe.

Man war so nett, alle unsere Sachen rüber zu schaffen, und das sah dann so aus:

Alle Bücher wahllos in Kisten, zwischendrin der Kram der OGS und alles, was gut in eine Abstellkammer passt. Unsere Freude war riesig!

Wir dürfen die Regale nicht groß anders stellen, weil wir sonst einen Fluchtweg versperren. Ein Regal musste komplett abgebaut werden, 2 sind jeweils nur von einer Seite zu nutzen. Uns fehlt also richtig viel Regalfläche.

Heute waren wir 4 Stunden in der Bücherei, haben Möbel gestellt und geputzt und eine große Menge Bücher komplett aussortiert. Einerseits ist sowas immer doof, andererseits hatten wir noch Bücher von 1960 im Sortiment!

Wir haben jetzt ungefähr die Hälfte der Bücherkisten ausgeräumt und erstmal alles nur unsortiert auf den Regalen gestapelt. Damit machen wir nächste Woche weiter.

Insgesamt sind wir übrigens nur noch ein Team von 4 Helferinnen, eine davon deutlich über 80 Jahre alt.

Es wird sich mit Sicherheit noch mehrere Wochen hinziehen, bis die Bücherei so weit ist, dass wir sie öffnen könnten. Und ich bin jetzt schon gespannt, ob wir überhaupt aufmachen dürfen. Seit Corona durften wir das nämlich nicht.

Ich finde es schade, dass die Bücherei in der Schule so wenig Wertschätzung erfährt. Das beginnt bei fehlenden Helfern, geht über fehlendes Geld für Neuanschaffungen und endet darin, dass alle Helfereltern – außer den Bücherei-Helfern – am Ende der Schuljahre ein kleines Dankeschön bekommen.

Überall hört man, dass man Kinder fürs Lesen begeistern soll. Aber die Schule macht es uns nicht gerade leicht!

Dabei liebe ich die Arbeit in der Bücherei! Ich mag die Kinder, suche gerne mit ihnen passende Bücher, empfehle auch mal was. Und ich freue mich, nach dem Lesen mit ihnen über die Bücher zu reden. Und ich glaube, die Kinder lieben es auch.

9 Kommentare zu „Die Schulbücherei als „Stiefkind“ der Schule

  1. Guten Morgen,
    also ich finde diese Handlungen nicht euch Eltern gegenüber, sondern auch den wertvollen Büchern gegenüber unverschämt. Für mich ist die unterschwellige Botschaft dahin gehen, dass die Bücher und das Lesen abgewertet werden.
    Besonders in Zeiten wo so viele „Vergnügungen“ elektronisch sind, finde ich das besonders traurig. Alles Gute! M.M.

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  2. Haltet durch! Ich erinnere mich gerne an die Schulbücherei und die Gespräche mit der Bibliothekarin. Wenn dafür das Geld nicht da ist und Eltern so einen Ort aus Eigeninitiative stemmen, alle Achtung! Geld für Neuanschaffungen? Vielleicht stellen ältere Schüler ihre eigenen ausgelesenen Bücher gern den jüngeren zur Verfügung.

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  3. In der neuem Schule meiner 11 jährigen wird alles! auf Ipad umgestellt…furchtbar… aber viele Leute sind davon überzeugt, dass Papier ausgesorgt hat. Seitdem schaut mein Kind auch zu Hause in gar keine Bücher mehr…ich habe meine eigene, kleine Bücherei daheim.. es ist nicht die Art Fortschritt die ich erwarte…

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      1. Die Kinder haben statt Bücher und Schulhefte diesen ähem…“ Computer „. Swipen statt Blättern… die Kinder lernen ja auch keine Schreibschrift mehr..für mich als leidenschaftliche Schreiberin echt schwer nachzuvollziehen..

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