Ein Buch, das ich wirklich nicht mochte: „Buen Camino… Du mich auch“von Karolin Jäger

Ich habe schon viele Bücher über den Jakobsweg gelesen, und am liebsten mag ich „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling.

Leider hatte ich bei diesem Buch hier die ganze Zeit den Eindruck, es sei sehr von Kerkeling abgekupfert. Man findet so extrem viele Parallelen, die hier nur ein bisschen angepasst wurden. Z. B. beschreibt Kerkeling vernachlässigte Hunde, die er zurücklassen musste, in diesem Buch ist es ein Esel.

Im Gegensatz zu Kerkeling Buch bleibt dieses hier extrem oberflächlich. Es wirkt eher wie ein runtergeschriebener Reisebericht, bei dem der Fokus darauf liegt, möglichst viele nette Leute kennenzulernen. Daran ist sicher nichts verwerflich, aber der Sinn einer Pilgerreise sollte es doch wohl nicht sein!

Ständig macht sich die Autorin Gedanken um ihr Make Up, ihre Augenbrauen, ihre Haarspülung usw. Sie hat anscheinend nicht begriffen, dass es bei einer Pilgerreise um sein Inneres gehen sollte.

Was mir auch nicht gefällt sind die doch sehr abfälligen und negativen Aussagen und Beschreibungen der Pilger, die sie nicht möchte. Oder die durch lautes schlafen oder ähnliches ihre Komfortzone gestört haben. Zum Teil war das sehr unangenehm zu lesen und ich habe mir oft gedacht, dass die Autorin mir sehr unsympathisch rüber kommt.

Auch habe ich in einem Buch über den Jakobsweg wenigstens ein bißchen Auseinandersetzung mit Gott und Glauben erwartet und erhofft, aber das habe ich hier nicht wirklich gefunden. Ich bin von diesem Buch enttäuscht.

Benjamin Cors: „Sturmwand“ Ein Krimi in der Normandie

Bei diesem Krimi handelt es sich um ein Buch aus einer Krimi Reihe. Ich kenne die vorangegangenen Bücher nicht, was für diese Rezension eher gut ist. So kann ich zumindest beurteilen, dass man dieses Buch auch sehr gut lesen kann, ohne die anderen Bücher zu kennen.
Man merkt beim Lesen, dass einem gewisse Hintergrund Informationen über Nicolas fehlen, aber alles, was man wissen muss, erfährt man im Laufe der Geschichte. Trotzdem erfährt man nur so viel, dass es mich als Leser dazu motiviert, auch die anderen Bücher zu lesen.

Der Schreibstil ist super, die Geschichte ist rasant und bleibt die ganze Zeit über spannend. Ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen gelesen, weil ich es kaum aus der Hand legen konnte.

Manche Dinge und das Ende kamen überraschend für mich, andere waren klar, was aber nicht störte, weil es nur die Rahmenhandlung betraf.

Der Autor schafft es, in seiner Geschichte die Insel Chausey zum Leben zu erwecken, was mir wirklich sehr gut gefällt!

Mein Fazit: Wer Krimis liebt, die in Frankreich spielen, sollte hier zugreifen.

Netgalley und ich

Bisher habe ich immer eher ältere Bücher gelesen. Einfach, weil Bücher im Hardcover so teuer sind. Und auch für neue Taschenbücher fehlte oft das Geld.

Dadurch habe ich Bücher meist sehr günstig und gebraucht gekauft. Rezensiert aber ich die auch, aber für gewöhnlich hat das dann niemanden interessiert.

Bis ich #vorablesen und #netgalleyDE für mich entdeckt habe. Nun habe ich viel häufiger die Möglichkeit, relativ aktuelle Bücher zu lesen und zu rezensieren. Und das liebe ich, dafür brennt gerade meine Leidenschaft.

Bei Netgalley war ich gerade angemeldet, als dort die #netgalleydechallenge2020 gestartet wurde. Und auch, wenn ich wahrscheinlich nichts Gewinne, weil ich einfach bei sowas kann Glück habe, hat es mir dennoch total viel Spaß gemacht, bei der Challenge mitzumachen.

Und dabei habe ich dann mein bisheriges Buch Highlight 2020 entdeckt: „City of girls“. Was für ein Glück für mich!

Ein Thriller von Nalini Singh: „Im grausamen Licht der Sonne“

Ich kenne und mag Nalini Singh als Autorin von Fantasy Romanen. Da ich in diesem Bereich schon einiges von ihr gelesen habe, war ich sehr gespannt auf diesen Thriller.

Leider wurde ich aber enttäuscht. Ihrem Schreibstil ist die Autorin treu geblieben, was sehr schön ist. Auch die einzelnen Charaktere sind, wie immer, sehr gut ausgearbeitet. Und man bekommt als Leser auch eine wirklich gute Vorstellung von dem Ort, an dem das Buch spielt.

Aber ich finde das Buch leider überhaupt nicht spannend. Die ersten 200 Seiten sind okay, aber ab da wusste ich, wer der Täter war und warum. Und dennoch musste ich noch über 150 Seiten durchhalten. Die Ermittlungen ziehen sich sehr in die Länge, das meiste ist vorhersehbar. Man findet viele Klischees.

Ich denke, ich beide der Autorin lieber im Fantasy Bereich treu.

„Schwarzer August“ von Gil Ribeiro (Band 4 der Reihe um Leander Lost)

Hierbei handelt es sich um den 4. Band der Krimis um den Ermittler Leander Lost.

Lost ist ein deutscher Kommissar, der für eine gewisse Zeit in Portugal in Fuseta ermittelt. (Sowas wie eine Art Polizisten Austausch). Mittlerweile hat er sich dort eingelebt und führt auch eine Beziehung, was überraschend ist, da Leander Lost Asperger Autist ist und sich mit sozialen und zwischenmenschlichen Dingen sehr schwer tut.

Gerade die Asperger Aspekte des Kommisars verleihen diesen Krimis einen besonderen Reiz. Manchmal muss man schmunzeln, sieht aber die Schwierigkeiten und Vorteile, die das mit sich bringt. Lost ist ein wirklich toller Charakter!

Auch die anderen Charaktere, die man in den vorangegangenen Büchern kennengelernt hat, haben sich weiterentwickelt. Auch zu ihnen hat man als Leser mittlerweile eine Verbindung geknüpft. Ich mag es, dass alle ihre Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen haben.

Über den Fall, den es diesmal zu lösen gibt, werde ich nichts schreiben, um nicht zu spoilern. Aber ich fand ihn spannend.

Ich denke, auch wenn man die ersten 3 Bücher nicht kennt, kann man dieses lesen. Schöner ist aber bestimmt, die Reihenfolge einzuhalten.

Lana Lux: „Jägerin und Sammlerin“

Dieses Buch ist mir sehr nahe gegangen. Es ist wirklich gut geschrieben und man baut als Leser schnell eine Beziehung zur Protagonistin Alisa auf.

Die junge Frau leidet unter Bulimie. Im Laufe der Geschichte erfährt man ihre Gedanken, ihre Geschichte… Es dauert nicht lange, bis man als Leser den „Schuldigen“ für Alisas Situation gefunden hat.
Und plötzlich lernt man Alisas Mutter besser kennen und fühlt sich ertappt für ein Urteil, dass man als Leser zu schnell gefällt hat.

Dies gelingt der Autorin ganz wunderbar. Sie vermag es, Augen zu öffnen und Vorurteile zu entlarven. Das fand ich beim Lesen wirklich eindrucksvoll.

Ich habe dieses Buch lange nicht gelesen, weil mir Cover und Titel nicht gefallen haben. Nun bin ich froh, dass mich das nicht abgehalten hat, denn ich kann das Buch absolut empfehlen!

Kein schönes Kinderbuch: „RAFU“ von Verena Prym

Dieses Buch hat mir leider nicht besonders gut gefallen.

Die Zeichnungen sind wirklich schön und die Giraffe Rafu sieht mit ihrem Looping im Hals wirklich lustig aus, aber die Geschichte finde ich nicht gut.

Irgendwie fühlt sie sich nicht stimmig an. Die Ausdrucksweise ist nicht immer kindgerecht und irgendwie hat man beim Lesen oft das Gefühl, dass etwas fehlt. Auch das Ende ist irgendwie unbefriedigend.

Ich habe es meiner 7 jährigen Tochter vorgelesen, und sie mag die Geschichte auch nicht. Am Ende des Buches fragte sie zuerst, was dann passiert. Für sie hatte die Geschichte kein Ende. Und es ist ihr auch zu wenig passiert.

Ich könnte einige Beispiele nennen, wo es für uns nicht passte, aber ich möchte hier nicht spoilern.

Mein Fazit: leider kein empfehlenswertes Kinderbuch!

„Ein wenig Glaube“ von Nickolas Butler

Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist toll geschrieben und schafft es, seine Leser direkt von Anfang an in die Geschichte hinein zuziehen.

Alle Charaktere der Geschichte sind sehr gut gezeichnet, man bekommt eine genaue Vorstellung von ihnen und es wächst schnell eine emotionale Bindung zwischen Leser und Protagonisten.

Es geht in diesem Buch um einen älteren Mann, Lyle. Er ist verheiratet mit Peg, hat eine Erwachsene Tochter, einen Enkelsohn und Freunde.
Eines Tages gerät seine Tochter in so etwas wie eine Sekte, und das verändert nicht nur ihr Leben drastisch.
Lyle ist gezwungen, sich mit seinem Leben, seiner Vergangenheit und auch seinem eigenen Glauben auseinandersetzen, während er versucht, mit dem neuen Leben seiner Tochter zurechtzukommen. Doch dann passiert etwas schlimmes…

Ich fand das Buch sehr berührend und war erschrocken, als ich gelesen habe, wie viele solcher Geschichten wirklich passieren. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen!

„Ein Blick in deine Augen“ von Nicole Walter

Dieses Buch ist sooooo schön! Ein wahres Seelenbuch! Und ich brauche jetzt unbedingt ein Alpaka! :-))

Die Protagonistin Maria ist einsam. Und trotz eines guten Jobs bei einer Bank fehlt ihr etwas in ihrem Leben. Liebe, Nähe, Umarmungen…

Auf einem Alpakahof in der Nähe des Chiemsee leben ein paar Menschen zusammen. Ein zutiefst trauriger Vater, seine Tochter und der Sohn mit Down Syndrom, eine 5 köpfige Flüchtlingsfamilie und ein älteres Ehepaar. Zusammen sind sie eine Familie. Mit Alpaka!

Als der Hof vor dem finanziellen Ruin steht, treffen Maria und die Bewohner des Alpakahofes aufeinander. Und dann verändert sich ganz viel…

Ein wirklich tolles Buch, das meine Seele gestreichelt hat. Ich konnte einfach darin versinken!
Der Schreibstil ist wunderbar, man gewinnt die Personen sehr schnell lieb, und ich war wirklich traurig, als es zu Ende war. Es fühlte sich ein bißchen so an wie früher, wenn ich als Kind die „Immenhof“ Filme angeschaut habe… Von mir aus darf es bitte ganz viele Fortsetzungen geben!

„Daisy Jones & The Six“ von Taylor Jenkins Reid

Oh, ich liebe dieses Buch!

Das ganze Buch ist ein langes Interview, es erzählen also alle Beteiligten Personen, ergänzen sich dabei gegenseitig oder widersprechen sich auch mal. So ist das Ganze Buch, es gibt keine wirklichen Erzählstränge. Und das ist absolut genial. Man hat als Leser das Gefühl, alle Personen sitzen zusammen, man schaut sie an und hört zu, wie sie gemeinsam ihre Geschichte erzählen.
Und diese Geschichte hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich einmal völlig vergessen habe, dass es sich um eine fiktive Band handelt und bei Spotify nach einem Lied gesucht habe.

Das wäre jetzt noch der Hammer, wenn es zu dem Buch eine Playlist mit passenden Songs gäbe!

Die Handlung :

Daisy Jones, eine schöne und talentierte junge Sängerin, will erfolgreich werden und ein eigenes Album veröffentlichen.
Die Band The Six lebt diesen Traum bereits. Irgendwann kreuzen sich ihre Wege, sie nehmen zusammen ein Album auf.
Doch Daisy und der Frontmann Bill haben es miteinander nicht leicht…

Fazit: Ich hätte mir das Buch aufgrund des Covers nicht gekauft. Es hat mich sofort an die Musik der 70er erinnert, zu der ich aber keinen Bezug habe. Zum Buch selbst passt das Cover also hervorragend.
Ich habe eher „versehentlich“ angefangen zu lesen und konnte nicht mehr aufhören. So muss ein Buch sein!!!!