Ein Buch über die Künstlerin Niki de Saint Phalle: „Die Künstlerin der Frauen“ von Pia Rosenberger

In diesem Roman geht es um die Künstlerin Niki de Saint Phalle. Ihre „Nanas“ hat sicher jeder schon einmal gesehen – und da ich diese Figuren sehr mag, hat mich dieses Buch natürlich sofort interessiert.

Es ist ein fiktiver Roman, der aber auf biographischen Fakten beruht. Solche Bücher mag ich sehr, weil ich finde, dass es den Autorinnen sehr oft gut gelingt, die Frauen zum Leben zu erwecken und ihre Geschichte lebendig zu machen. Auch Pia Rosenberger gelingt das, meiner Meinung nach, sehr gut. Das Buch ist leicht zu lesen und schön geschrieben, ich habe das Lesen genießen können und es kam bei mir keine Langeweile auf.

Niki de Saint Phalle war eine sehr interessante Frau, die keinen einfachen Weg gegangen ist. Manche Dinge waren für mich schwer nachzuvollziehen, einige ihrer Entscheidungen hätte ich sicherlich nicht getroffen – aber genau das hat das Lesen für mich spannend gemacht. Die Protagonistin wirkte immer authentisch auf mich und ihre Entwicklung war wirklich interessant.

Natürlich habe ich nach dem Lesen direkt gegoogelt, um die biographischen Hintergründe noch einmal nachzulesen und mir einige Kunstwerke, die im Buch beschrieben wurden, anzuschauen. Das mache ich sehr gerne, weil es das Leseerlebnis dann noch lebendiger für mich macht.

Wer sich für interessante Frauen der Geschichte und besonders für Künstlerinnen interessiert, sollte sich dieses Buch mal anschauen. Mir hat es Freude gemacht!

Kurzbeschreibung:

 »Schon früh beschloss ich, eine Heldin zu werden.« Niki de Saint Phalle  

New York, 1947: Die siebzehnjährige Niki de Saint Phalle ist das Enfant terrible ihrer Familie. Als sie von einem Fotografen entdeckt wird, scheint ihr die Welt offenzustehen. Sie brennt mit dem Navy-Soldaten Harry durch, doch das Glück des jungen Ehepaares wird allzu schnell getrübt. Denn selbst als Niki mit ihrem Mann und ihrer Tochter nach Frankreich zieht, kann sie der Vergangenheit nicht entkommen. In ihrer dunkelsten Stunde findet sie neuen Mut in der Kunst. Doch um sich selbst zu bewahren, muss Niki eine schwere Entscheidung treffen …  

Die Geschichte einer Künstlerin, die gegen alle Regeln aufbegehrt – kenntnisreich und emotional erzählt

ISBN: 978-3-7466-2777-9

Seitenzahl: 389

Verlag: Aufbau TB

Preis: 12,99 Euro

Die Reihe über starke Frauen geht weiter: „Die Schwestern Chanel“ von Judithe Little

Da ich Bücher über starke Frauen sehr mag (vor allem über reale Persönlichkeiten), durfte dieses Buch über die Schwestern Chanel natürlich in meinem Regal nicht fehlen. Wie üblich bei diesen Büchern orientieren sie sich an den realen Eckdaten der Personen. Auch einige Ereignisse, die im Buch vorkommen, sind wirklich passiert. Dennoch bleibt es ein fiktiver Roman, denn die Autorin hat ihn um die Eckdaten herumgesponnen.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der jüngeren Schwester Antoinette, die vom Charakter völlig anders war als ihre berühmte Schwester Coco, dennoch aber viel zu deren Ruhm beigetragen hat. Diese Art der Erzählung hat mir sehr gut gefallen, und ich finde, dass sie auch sehr gut zur Story der beiden Frauen passt.

Das Buch greift die Zeitspanne von 1897 bis 1920 auf und erzählt, wie die beiden Mädchen nach dem Tod der Mutter im Waisenhaus aufgewachsen sind und es geschafft haben, sich ihre Freiheit und eine besondere Karriere zu erarbeiten.

Der Roman ist einfach und leicht geschrieben, wodurch ich ihn schnell lesen konnte. Mir hat der Stil sehr gut gefallen, und ich habe es genossen, die Schwestern Chanel auf diese Art kennenzulernen – auch wenn ich eigentlich mit Mode absolut nichts am Hut habe. Doch dieses Buch hat mir Freude gemacht!

Kurzbeschreibung: Frankreich, 1897: Gabrielle Chanel – später unter dem Namen Coco weltberühmt – und ihre Schwester Antoinette werden von ihrem Vater in einem Waisenheim abgegeben. Armut und harte Arbeit bestimmen dort ihren Alltag. Doch Coco ist nicht bereit, sich in ihr Schicksal zu fügen. Unbeirrbar erobert sie sich ihre Freiheit – unter den teils bewundernden, teils neidischen Blicken ihrer Schwester. Antoinette weicht Coco bei ihrem Weg zur Modemacherin nicht von der Seite und unterstützt sie, wo sie kann. Bald schon spricht man in Paris ehrfurchtsvoll von den »Schwestern Chanel«. Doch auf dem Höhepunkt des Erfolges müssen die Frauen erkennen, dass selbst Geld und Unabhängigkeit kein Ersatz für das sind, nach dem sie sich am meisten sehnen: Liebe.

ISBN: 978-3-95967-565-9

Seitenzahl: 400

Verlag: HarperCollins

Preis: 15,00 Euro

Das ist also Inklusion? / So this is inclusion?

Unser Schulsystem… Ich hadere ja schon länger damit! Und nun stehen wir vor der Situation, dass mein Sohn Ende dieser Woche nach über 3 Monaten aus der Tagesklinik entlassen wird und wir bisher noch keinen neuen Schulplatz für ihn haben.

Mein Sohn ist Asperger Autist. Und er hat das Problem, in manchen Bereichen (Wissen, Sprache) an der Hochbegabung zu kratzen, in anderen Bereichen (Planung, Kurzzeitgedächtnis, Arbeitsabläufe) unterdurchschnittlich begabt zu sein. Leider sind genau diese Bereiche die, die in unserem Schulsystem benötigt werden. Und darum ist mein Sohn nicht in der Lage, in der Schule „abzuliefern“.

An einer Förderschule könnte auf seine Defizite eingegangen werden, er könnte dort lernen, sie auszugleichen oder sie trainieren. Gleichzeitig sind die Förderschulklassen viel kleiner, was auch gut für ihn wäre. Je weniger Kinder, desto weniger Unruhe/Lautstärke, desto weniger Reizüberflutung.

Auf einer Förderschule war er letzte Woche in ein Schulpraktikum gestartet, aber es stellte sich schon nach 2 Tagen heraus, dass er für diese Schule zu intelligent ist. Dort hätte er nur Hauptschulabschluss machen können, und von den Lehrern kam sehr schnell die Rückmeldung, dass dies die falsche Schule ist.

Wir bräuchten einen Platz an einer Förderschule, an der er die Möglichkeit hat, bis zum Abitur zu bleiben. Und davon gibt es in NRW nur eine, die erreichbar wäre (und das auch nur mit Fahrdienst). Aber dort einen Platz zu bekommen, scheint fast unmöglich zu sein. Die Tagesklinik hat schon Kontakt aufgenommen, das Jugendamt ebenso – die Rückmeldung der Schule ist ernüchternd, da sie so viele Anfragen haben, dass sie längst nicht alle Kinder aufnehmen können.

Für die Aufnahme muss ein AOSF Verfahren durchlaufen worden sein. Mein Sohn braucht die Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs. Diesen Antrag hätte schon vor Wochen von der Heimatschule gestellt werden sollen (und wir dachten auch, das sei gemacht worden!), stattdessen haben wir am Freitag erfahren, dass die Unterlagen seit Wochen auf dem Tisch des Sonderpädagogen verstaubt sind. Er hat zwar jetzt versprochen, sich nächste Woche direkt dranzusetzen, aber so ein Feststellungsverfahren dauert Monate…

Klappt die Aufnahme auf der Förderschule nicht, muss mein Sohn zurück auf seine Realschule, die zwar bemüht ist, aber keinerlei Erfahrung mit Inklusion hat. Und obwohl wir Eltern, die Ärzte der Klinik, das Jugendamt und die Lehrerin der Klinikschule es überhaupt nicht für gut und sinnvoll halten, kann es sein, dass es so kommt…

Und ich frage mich: wie kann das sein? Wie kann es sein, dass ein Kind, das an einer normalen Regelschule nicht vernünftig beschult geschweige denn gefördert werden kann, trotzdem dort zur Schule gehen muss? Wieso gibt es so wenige Förderschulen für kognitiv starke Kinder? Wieso gibt es keine staatlichen oder wenigstens bezahlbaren Online-Schulen mit anerkanntem Abschluss? Wieso gibt es kleine Klassen und individuelle Förderung nur auf Privatschulen, die sich nicht jeder leisten kann?

Wie kann es sein, dass am Ende der Diagnostik, der Zeit in der Tagesklinik usw. das Ergebnis das ist, dass alles so bleibt wie es vorher war? Und zwar nicht, weil keiner eine Lösung weiß. Und auch nicht, weil weil es keine gäbe. Nein – nur weil in unserem Land Inklusion nur auf dem Papier funktioniert!

Meinem Sohn hat die Tagesklinik so gut getan – und nun besteht durch die Schulsituation die Gefahr, dass diese ganze positive Entwicklung wieder zurückgeworfen wird. Ich bin total frustriert, aber auch traurig und wütend. Bitte drückt uns ganz feste die Daumen für einen Platz an der Förderschule!


Our school system… I’ve been struggling with it for a while! And now we are faced with the situation that my son will be discharged from the day clinic at the end of next week after more than 3 months and we still don’t have a new school place for him.

My son is Asperger autistic. And he has the problem of scraping the edge of giftedness in some areas (knowledge, language) and being below average in others (planning, short term memory, work flow). Unfortunately, these are exactly the areas that are needed in our school system. And that is why my son is not able to „deliver“ at school.

At a special school, his deficits could be addressed, he could learn to compensate for them or train them there. At the same time, the special school classes are much smaller, which would also be good for him. The fewer children, the less restlessness/loudness, the less sensory overload.

He started a school placement at a special school last week, but it turned out after only 2 days that he is too intelligent for this school. He would only have been able to graduate from the Hauptschule, and the teachers quickly told him that this was the wrong school.

We would need a place at a special school where he has the opportunity to stay until the Abitur. And there is only one of these in NRW that is accessible (and only with a transport service). But getting a place there seems almost impossible. The day clinic has already been contacted, as has the Youth Welfare Office – the feedback from the school is sobering, as they have so many enquiries that they can’t take in all the children by a long shot.

For admission, an AOSF procedure must have been completed. My son needs to be assessed as having special educational needs. This application should have been made weeks ago by the home school (and we thought it had been!), but instead we found out on Friday that the documents have been gathering dust on the special needs teacher’s desk for weeks. He has now promised to get straight to it next week, but such an assessment procedure takes months…

If the admission to the special school doesn’t work out, my son has to go back to his secondary school, which tries hard but has no experience with inclusion. And although we parents, the doctors at the clinic, the youth welfare office and the teacher at the clinic school don’t think it’s a good or sensible idea at all, it could happen that way…

And I ask myself: how can that be? How can it be that a child who cannot be properly educated at a regular school, let alone be supported, still has to go to school there? Why are there so few special schools for cognitively strong children? Why are there no state-run or at least affordable online schools with recognised qualifications? Why are small classes and individual support only available at public schools that not everyone can afford?

How can it be that at the end of the diagnostics, the time in the day clinic etc. the result is that everything remains as it was before? And not because no one knows a solution. And not because there is no solution. No – only because in our country inclusion only works on paper!

The day clinic did my son so much good – and now, because of the school situation, there is a danger that all this positive development will be set back again. I am totally frustrated, but also sad and angry. Please keep your fingers crossed for a place at the special school!

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

Ein richtig gutes Kinderbuch über Gefühle: „Das alles sind Gefühle“ von Michael Engler und Julianna Swaney

Ich war schon vom ersten Buch dieses Autorenteams, „Das alles ist Familie“ sehr begeistert und war darum gespannt auf dieses Bilderbuch. Und ich muss sagen, dass ich es wieder sehr gelungen finde!

Es gibt kaum eine Story: Lars klettert auf einen Stuhl, um ein Glas Marmelade aus dem Schrank zu holen. Als die Mutter reinkommt, fällt es ihm runter, geht kaputt und Mama schimpft. Daraufhin wird Lars selbst total wütend und versteckt sich im Garten, wo er einen Maulwurf trifft und mit ihm über Gefühle sprechen kann.

Und gerade die Tatsache, dass eigentlich gar nicht viel passiert, gibt diesem Buch eine sehr gute Basis, Gefühle zu erklären und in Worte zu fassen. Es ist eine Situation, die Kinder sehr gut nachvollziehen können. Etwas ähnliches hat jedes Kind sicher schon einmal erlebt. Und darauf haben die Autoren toll aufgebaut. Der Maulwurf erzählt Lars eine Menge über Gefühle, und in diesem Gespräch werden immer wieder Situationen aufgegriffen, die Kinder kennen. Gute Tage, an denen man sich mutig fühlt, positive Erlebnisse, aber auch Tage, an denen man sich am liebsten klein machen und bei seinen Eltern verkriechen möchte.

Das gefällt mir ausgesprochen gut, weil es tatsächlich alle Kinder ansprechen kann. Es muss nicht immer etwas Großes passieren, um große Gefühle zu entwickeln!
Sehr schön und wichtig finde ich auch die Botschaft, dass alle Gefühle zu einem gehören. Dass es keine schlechten Gefühle gibt, sondern alle ein Teil von uns sind. Und dass sie uns auch einfach ausmachen.

Ein Buch, das man auch ganz toll vorlesen kann und das einem Helfen kann, mit Kindern über Gefühle zu sprechen, denn aufgrund der Beispiele können sich die Kinder super in Lars hineinversetzen und finden sicherlich ähnliche Erlebnisse wie er. Und darüber kann man gut mit ihnen ins Gespräch kommen.

Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall weiter!

Kurzbeschreibung:

Mit all deinen Gefühlen bist du immer du selbst!

Auf liebevolle Weise vermittelt diese Geschichte, wie unterschiedlich unsere Gefühle sein können: Manchmal sind wir wütend, auf uns selbst oder andere, mutig sind wir, wenn es uns gut geht, und eher ängstlich, wenn nicht. Und manchmal will man sich einfach nur klein machen und an Mama, Papa oder jemand anders kuscheln.

Aber mit all unseren Gefühlen sind wir zusammen mit unserem Körper und unseren Gedanken immer wir selbst!

Ein Bilderbuch über Emotionen, Achtsamkeit, Selbstliebe und Akzeptanz – zum Vorlesen für Kinder ab 4 Jahren und für die ganze Familie.

Freude, Wut, Mut, Angst & Co.: So bunt wie das Leben sind unsere Gefühle! 

Als Lars ein Marmeladenglas herunterfällt und seine Mama ihn schimpft, wird er wütend: auf sich und die Welt. Er erkennt sich kaum selbst im Spiegel, so rot und voll Tränen ist sein Gesicht. Im Garten trifft er dann auf jemanden, der ihm all seine Gefühle erklärt und ihm die wichtigen Botschaften vermittelt: Gefühle kann man zwar oft erst nicht sehen, aber sie sind ein Teil von uns. Wir können auf sie achten, über sie sprechen und uns selbst gute Gefühle machen. 


  • Vom Bestseller-Duo: Michael Engler und Julianna Swaney („Das alles ist Familie“)

  • Ein achtsames Buch: Über die Vielfalt unserer Gefühle: Mut, Wut, Freude, Angst & Co.

  • Einfühlsam erzählt: Auf kindnahe und sensible Weise thematisiert das Kinderbuch, wie verschiedene Gefühle sich auf uns auswirken und dass sie ein Teil von uns sind

  • Für die ganze Familie: Ein Kinderbuch über Emotionen, Achtsamkeit, Selbstliebe und Akzeptanz – zum Vorlesen für Kinder ab 4 Jahren

  • Motivation zum Lesen: Zu diesem Buch gibt es ein Quiz bei Antolin

ISBN: 978-3-8458-4602-6

Seitenzahl: 32

Verlag: arsedition

Alter: ab 4 Jahre

Preis: 15,00 Euro

Ein enttäuschendes Buch von Alina Bronsky: „Schallplattensommer“

Nachdem ich vor einer Weile „Barbara stirbt nicht“ von Alina Bronsky gelesen hatte und es sehr mochte, war ich gespannt auf „Schallplattensommer“.

Aber leider hat mich dieses Buch eher enttäuscht.

Es ist ein Roman über ein 17 jähriges Mädchen, Maserati, das bei ihrer Oma in einem Dorf lebt und ihr dort in ihrer kleinen Gastwirtschaft hilft. Im Sommer zieht eine Familie in ihr Dorf, und mit ihnen die Jungen Theo und Caspar, mit denen Maserati sich mehr oder weniger anfreundet.

Im Grunde beobachtet man als Leser diesen einen Sommer in Maseratis Leben, lernt die Vergangenheit und die Geheimnisse der jungen Menschen ein wenig kennen und .. tja, eigentlich nichts sonst.

Ich fand alle 3 Protagonisten ziemlich unspektakulär und belanglos. Theo und Caspar waren sich, für mein Empfinden, so ähnlich, dass ich sie immer wieder verwechselt habe. Das hat mich genervt.
Maserati fand ich, trotz ihrer schweren Vergangenheit, ganz schön nervig. Aber ich habe selber eine Tochter im gleichen Alter und daher war mir ihr Verhalten und ihre Gedanken nicht fremd.
Mich hat es gestört, dass die Protagonisten irgendwie farblos und oberflächlich wirkten. Es ist mir nicht gelungen, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Sie alle blieben mir leider egal.

Für mich ist es leider eine eher langweilige Geschichte und kein Buch, das ich weiterempfehlen möchte.

Kurzbeschreibung:

Alina Bronsky – spannend wie immer, gefühlvoll wie nie!

Als einziges Mädchen im Umkreis von 13 Kilometern ist Maserati Aufmerksamkeit gewohnt. Dabei will sie nur eines: Den Feriengästen selbstgemachte Limonade ihrer Oma servieren und die Tage bis zur Volljährigkeit zählen. Mit der Liebe will sie nichts zu tun haben – und schon gar nichts mit den Annäherungsversuchen der Söhne der reichen Familie, die gerade die Villa im Dorf gekauft hat.

Doch dann stellen Caspar und Theo verbotene Fragen: Warum hat Maserati kein Smartphone? Wovor hat sie solche Angst? Und wie kann es sein, dass ihr Gesicht das Cover einer alten Schallplatte ziert? Plötzlich steckt Maserati bis zum Hals in Geheimnissen zweier Familien und im eigenen Gefühlschaos.

ISBN: 978-3-423-76370-7

Seitenzahl: 192

Verlag: dtv

Alter: ab 14 Jahre

Preis: 15,00 Euro

Zurück ins Jahr 1986 in einem tollen Kinderbuch: „Die Nelsons greifen nach den Sternen“ von Erin Entrada Kelly

Diese Geschichte handelt von 3 Geschwistern, die mitten in der Pubertät stecken und vom Charakter her total verschieden sind. Bird, das Mädchen, ist sehr klug und völlig fasziniert vom Weltraum. Sie ist gut in der Schule und plant, irgendwann mal Astronautin zu werden. Ihr Bruder Fitch verbringt seine Zeit gerne in der Arcade Spielhalle und ist eher aufbrausend. Der älteste Bruder hadert damit, dümmer zu sein als seine Geschwister und ist ziemlich hoffnungslos, was seine Zukunft angeht. Die drei haben keine besonders enge Bindung zueinander – was sich aber im Laufe des Buches ändert, da sie in einem Elternhaus leben, in dem die Eltern sich wenig für sie interessieren und miteinander eine eher toxische Beziehung führen.

Die Atmosphäre des Buches wirkt also erstmal eher düster. Und die Tatsache, dass sie im Jahr 1986 spielt und es in Schule und Medien sehr viel um den bevorstehenden Challenger Start geht, trägt bei mir als erwachsenem Leser noch zu mehr Düsternis bei, denn ich weiß ja schon zu Beginn des Buches, dass der Challenger Start in einer Katastrophe ändert. Und es wird schnell klar, wie schlimm dieses Erlebnis gerade für Bird werden wird.

Das Buch ist toll geschrieben: Die Atmosphäre, in der die Kinder leben, wird richtig gut deutlich. Und auch die Challenger Katastrophe ist super geschrieben – Birds Gefühle und natürlich auch die Reaktion der Gesellschaft wird sehr gut deutlich, ohne die jungen Leser damit zu überfordern. Und die Autorin schafft es sogar, etwas positives aus dieser Tragödie entstehen zu lassen, indem sie dafür sorgt, dass sich die Kinder danach näherkommen.

Meinem Sohn und mir hat dieses Buch wirklich sehr gut gefallen. Es war spannend zu lesen, die Protagonisten sind interessant und authentisch, man konnte sich gut in sie hineinversetzen.

Das Hörbuch wird von verschiedenen Sprechern gelesen, so dass die einzelnen Kinder und ihre Charaktere noch deutlicher werden. Das fand ich sehr gelungen. Sowohl das Lesen als auch das Hören hat uns gut gefallen, weshalb wir das Buch weiterempfehlen!

Kurzbeschreibung:

Träume sind unendlich

Die USA fiebern dem Start des Spaceshuttles Challenger entgegen. Gleichzeitig besuchen drei Geschwister im US-Staat Delaware die 7. Klasse und sind auf ihren eigenen Umlaufbahnen unterwegs: Der zwölfjährige Fitch verbringt jeden Nachmittag mit Flipperspielen und kämpft gegen sein explosives Temperament. Bird, seine Zwillingsschwester, träumt davon, die erste Shuttle-Kommandantin der NASA zu werden. Und Cash droht, ein zweites Mal in der 7. Klasse durchzurasseln. Als die Raumfähre in den Himmel abhebt und sich die Katastrophe ereignet, verändert sich das Leben der drei und bringt sie auf unerwartete Weise zusammen, enger als je zuvor.

ISBN:978-3-423-64089-3

Seitenzahl: 304

Alter: ab 11 Jahren

Verlag: dtv

Preis: 14,00 Euro

Ein sehr aktuelles Thema: „Die Kinder sind Könige“ von Delphine de Vigan

Über dieses Buch hatte ich im Vorfeld schon viel Gutes gehört und mich dementsprechend sehr gefreut, dass ich es lesen und rezensieren durfte. Und das schon vorneweg: mir hat das Buch auch gut gefallen!

Es geht um eine junge Mutter, die sich eigentlich schon ihr ganzes Leben lang wünscht, „berühmt“ zu sein. Es gelingt ihr, als ihre Kinder zur Welt kommen und sie einen „Mamablog“ aufzieht. Besonders die YouTube Videos der Kinder haben Millionen Abonnenten und dementsprechend verdient sie daran. Doch ihre Vermarktung der Kinder stößt nicht nur auf positives Feedback, und eines Tages verschwindet die 6 jährige Tochter….

Das Ende des Buches ist ein Blick in die Zukunft, die zeigt, wie die Zeit als YouTube-Kinderstar die Kinder (und auch die Mutter) geprägt, beeinflusst und verändert hat. Die Kinder reflektieren als Erwachsene, was dieses Leben mit ihnen gemacht hat.

Ich fand es sehr interessant, das zu lesen. Es ist ein Thema, das ja auch immer wieder in den Medien präsent ist und über das ich mir auch schon oft Gedanken gemacht habe. Und mir gefällt es sehr gut, wie die Autorin sich damit auseinander gesetzt hat.

Von mir eine deutliche Leseempfehlung!

Kurzbeschreibung: Mélanie war als junges Mädchen ein großer Fan von Formaten wie ›Big Brother‹. Sie hatte stets davon geträumt, gesehen und berühmt zu werden. Jahre später, als Mutter zweier Kinder, ist es ihr gelungen: Sie ist eine erfolgreiche Youtuberin mit Tausenden von Followern. Objekt ihrer Videos und Posts sind ihre Kinder, die auf Schritt und Tritt gefilmt werden. Seit Kurzem kommt ihre kleine Tochter dem Filmen jedoch immer unwilliger nach. Mélanie tut das als eine Laune ab. Denn wie könnte man die unendliche Liebe, die ihnen aus dem Netz entgegenkommt, als Last empfinden? Kurz darauf verschwindet Kimmy nach einem Versteckspiel spurlos. Wie, fragt sich die ermittelnde Polizeibeamtin Clara, soll man einen Verdächtigen ausmachen bei einem Kind, das Tausende Menschen kennen und mehrfach täglich sehen? Schnell begreift sie, dass ihre Methoden der Ermittlung in der virtuellen Welt vollkommen nutzlos sind

ISBN: 978-3-8321-8188-8

Seitenzahl: 320

Verlag: Dumont

Preis: 23,00 Euro

Erinnert an Gregs Tagebücher: „Lukas undercover – Wie man alles verbockt und doch gewinnt“ von Stephan Knösel

„Lukas undercover“ ist ein Buch, das sicherlich die gleiche Zielgruppe junger Leser begeistern wird, die auch „Gregs Tagebuch“ mögen. Es ist quasi aus dem gleichen Holz geschnitzt. Geschrieben aus der Sicht des Protagonisten Lukas, der ein Talent dafür hat, tolle Pläne zu schmieden und bei der Umsetzung von einem Fettnäpfchen ins nächste zu stolpern. Cool sein und Mädchen beeindrucken geht einfach nicht, wenn man gleichzeitig total unauffällig sein sollte, weil man in einem Zeugenschutzprogramm ist.

Auch die Illustrationen erinnern ein bißchen an die „Comic-Bücher“, die zur Zeit so beliebt sind. Sie sind in schwarz-weiß, modern und lockern den Text angenehm auf.

Es macht Spaß, Lukas Geschichte zu lesen, denn der Stil ist sehr humorvoll und ein wenig flapsig. Er passt gut zum Protagonisten und seiner Art. Die ganze Story und vor allem das Ende fand ich jetzt etwas vorhersehbar, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder das gerne mögen, darum finde ich es stimmig.

Die Charaktere mochten wir eigentlich alle – teilweise haben sie leicht übertriebene Charaktereigenschaften oder Ticks, aber die machen sie liebenswert und die Geschichte noch lustiger.

Bei meinen Kindern kam das Buch sehr gut an, und ich denke, wir werden auch den zweiten band anschaffen, um zu sehen, was Lukas noch so erlebt.

Kurzbeschreibung:

Hier kommt Lukas, ein echter Held – nur leider darf das keiner wissen  

Oh nein! Lukas und seine ganze Familie müssen ins Zeugenschutzprogramm, weil Lukas eine Bande von Kriminellen hat auffliegen lassen. Was das bedeutet? Ganz großer Mist! Neue Namen, Umzug in ein Kaff am Ende der Welt und vor allem die Ansage: BLOSS NICHT AUFFALLEN! Wie soll das denn bitte gehen?! Lukas ist schließlich berühmt für seine Streiche – und außerdem doch jetzt ein Held! Als er in der neuen Schule ausgerechnet neben die coole Elena gesetzt wird und die ihn für einen absoluten Strebertrottel hält, hat Lukas die Nase voll: Undercover hin oder her, das kann er  nicht auf sich sitzen lassen. Und schon ist das Chaos vorprogrammiert …

Eine rasante Krimikomödie um einen liebenswerten Helden undercover – actionreich, witzig und schräg, zum Mitfiebern und Schlapplachen!  

ISBN: 978-3-7373-4241-4

Seitenzahl: 192

Alter: ab 9 Jahren

Verlag: Fischer KJB

Preis: 12,00 Euro

Kinder-Sachbuch, wie ein Buch entsteht: „Von der Idee zum Buch“ von Becky Davies

Dieses Buch finde ich wirklich klasse! (Und nicht nur, weil ich Autorin bin und Bücher liebe)

Es geht darum, wie ein Buch – genau genommen DIESES Buch – entsteht: angefangen mit der Idee einer Autorin über das Schreiben, die Verlagssuche, die Arbeit eines Verlages, die Illustration, den Druck, Vertrieb und Marketing usw., bis man als Leser dieses Buch dann schließlich in der Hand hält.

Und das ganze Buch ist so kindgerecht geschrieben und illustriert, dass es wirklich Spaß macht, es zu lesen. Man merkt gar nicht, dass man ein Sachbuch liest und etwas lernt, weil das ganze Buch eigentlich ein Abenteuer ist. Es ist locker geschrieben, voller Humor – und doch voll mit Infos. So macht ein Sachbuch richtig Spaß.

Kurzbeschreibung:

Jedes Buch beginnt mit einer GROSSARTIGEN IDEE …

… aber was passiert eigentlich danach? Wie genau entsteht das Buch, dass wir am Ende in der Buchhandlung in den Händen halten?

Dieses Buch erzählt nicht nur, wie irgendein Buch, nein, sondern wie genau dieses Buch entsteht – von der Idee über den Weg im Verlag bis hin zur Druckerei und schließlich in die Buchhandlung. 


  • Informativ und lustig: Mit Witz, mitreißend und realistisch: Wir treffen Autorin, Illustratorin und Lektor, werfen einen Blick in die Herstellung und die Prozesse der Druckerei, und landen schließlich im Verkauf in der Buchhandlung

  • Für die ganze Familie: Die Prozesse sind kindgerecht und doch detailliert beschrieben, sodass auch die Erwachsenen Neues lernen

  • Großformatig: Auf den großen Seiten kommen die wunderbaren Illustrationen toll zur Geltung

  • Perfektes Geschenk: Ein zeitloses Liebhaberstück, ob jung oder alt – wer Bücher liebt, wird dieses Buch lieben

ISBN: 978-3-8458-4904-1

Seitenzahl: 32

Verlag: arsedition

Alter: ab 6 Jahre

Preis: 15,00 Euro

Eine Geschichte über Freundschaft mit viel Schwung. „Larry & Cricket“ von Christine Hill

Cricket ist ein energiegeladener Hund, der eigentlich alles, was er macht, am liebsten macht. Dies hat mich als Mama oft schmunzeln lassen, und meine Tochter fand es auch lustig. Mir gefällt Crickets Begeisterungsfähigkeit und die Tatsache, dass er immer eine Idee hat, um ein Problem zu lösen. Er ist einfach immer optimistisch.

Das zeigt sich vor allem, als er auf einem Flohmarkt eine Schildkröte findet, die mit nach Hause kommen darf und Larry genannt wird. Cricket hat natürlich gleich ein großes Repertoire an Ideen, was er alles mit Larry unternehmen möchte: schwimmen, Skateboard fahren, Melone essen usw. Aber leider hat Larry mit allem Schwierigkeiten, so dass Cricket sich immer eine Lösung überlegt. Nach all der Bewegung, dem Ausprobieren, den Ideen fragt Cricket dann auch mal Larry, was er eigentlich am liebsten mag. Und Larrys wunderschöne Antwort ist, dass er es einfach am liebsten mag, bei Cricket zu sein.

Wir mögen die Geschichte sehr. Der wuselige und aufgedrehte Hund und die ruhige Schildkröte sind ein interessantes Paar, das eigentlich so gar nicht zusammen passt. Aber es wird ganz deutlich, dass man gar nicht oberflächlich passen und gleiche Interessen haben muss, um Freunde sein zu können. Diese Botschaft hat uns sehr gut gefallen.

Dazu kommen sehr schöne, große Bilder, die auch voller Dynamik und Schwung sind. Sehr modern und ansprechend. Und mit vielen Details, so dass es Spaß macht, sie sich auch mal länger anzuschauen.

Ein Buch, das wirklich schön ist für Kinder im Vorschulalter. Für Erstleser kann ich es allerdings nicht empfehlen, weil eine Schriftart gewählt wurde, die Leseanfänger noch nicht lesen können. Das würde dann vielleicht schnell zu Frustration führen. Aber ich denke auch, dass es sich am besten eignet, um es vorzulesen.

Kurzbeschreibung:

Rüde Cricket sprudelt nur so über vor Energie. Kein Wunder also, dass er der Erste im Auto ist, als seine Familie einen Flohmarkt-Ausflug plant. Zwischen altem Spielzeug und Möbeln entdeckt Cricket eine traurige Schildkröte. Eine echte! Und die will er behalten. Die Schildkröte wird auf den Namen Larry getauft und darf mit nach Hause kommen. Dort zeigt Cricket Larry all seine liebsten Beschäftigungen. Doch was mag die Schildkröte eigentlich am liebsten? Die Antwort fällt Larry leicht: »Bei dir zu sein, Cricket«, sagt er.

Die außergewöhnliche Freundschaft der tierischen Instagram-Stars Cricket und Larry begeistert Menschen auf der ganzen Welt. Christine Hills humorvolle Bilderbuchgeschichte zeigt farbenfroh und fröhlich: Freundschaft macht uns mutig und stark – ganz gleich, wie unterschiedlich wir auch sein mögen.

ISBN: 978-3-948877-22-4

Seitenzahl: 52

Alter: 6 – 8 Jahre

Verlag: CalmeMara Verlag

Preis: 14,95 Euro