„Eine echte Mutter“ von Saskia de Coster

Mich hat bei diesem Buch zuallerst das Cover angesprochen, weil es mich sofort berührt hat. Als nächstes ist mir der Titel ins Auge gefallen und es hat mich direkt interessiert, was mit einer „echten“ Mutter gemeint sein könnte. Gibt es auch unecht Mütter?

Als ich angefangen habe zu lesen, fiel es mir anfangs wirklich schwer, in die Geschichte hinein zukommen. Das ganze Buch ist aus der Perspektive der Protagonistin Saskia geschrieben, aber die Autorin benutzt dazu drei verschiedene Stile. Erzählung, ein Notizbuch und Dialoge zwischen ihr und Juli, ihrer Frau.
Das war für mich erst sehr verwirrend, aber als ich dann einmal im Flow war, hat es mir gefallen. Ich habe ein Buch in dieser Art noch nie gelesen und bin absolut beeindruckt, was die Autorin hier geschaffen hat.

Vom Inhalt des Buches will ich nicht zu viel verraten. Es geht um Juli und Saskia, die gemeinsam ein Baby bekommen. Der Wunsch danach ging von Juli aus, Saskia hat den Samenspender ausgewählt.
Und nun muss Saskia mit ihrer Rolle in dieser Familie zurechtkommen lernen.

„Kleine Schule des Lebens“ von Lammert Kamphuis

Ich erwarte bei Büchern über Philosophie immer eher „trockene“ und abstrakte Inhalte, darum war ich über dieses Buch positiv überrascht.
Obwohl auch alte Philosophen betrachtet werden, schafft es der Autor wunderbar, einen Bezug zu unserer modernen Welt herzustellen. Egal ob es um Liebe, Freundschaft, Beziehungen oder Sex geht oder um digitale Medien oder Politik, dem Autor gelingt es, die Philosophie auf unsere Zeit und die Themen, die uns heutzutage beschäftigen, zu übertragen.
Oft leitet der Autor seine Themen mit Zitaten oder Filmen ein, was ich auch sehr gelungen finde.

Sprachlich ist es wirklich gut, weder langweilig noch trocken, es lässt sich genauso gut wie ein Roman. Ich freue mich, dass ich es lesen konnte.

„Mami kann auch anders“ von Gill Sims

Ich habe erst am Ende dieses Buches gesehen, dass es eigentlich noch 2 Vorgänger Bücher gibt.
Normalerweise lese ich in so einem Fall die anderen Bücher zuerst, aber diesmal ging das also nicht. Dadurch kann ich aber zweifelsfrei sagen, dass man dieses Buch unabhängig von den Vorgängern lesen kann.

Mir hat dieses Buch viel Freude gemacht. Wie die Protagonistin Ellen habe auch ich eine Trennung hinter mir und 2 Teenager im Haus. Dadurch gab es viele Parallelen zwischen ihrem und meinem Leben. Dadurch fiel es mir leicht, mich mit der Protagonistin zu identifizieren und mich schnell in die Geschichte hineinziehen zu lassen.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Er liest sich locker, leicht und fließend und ist wirklich humorvoll. Ich habe während des Lesens oft lachen oder zumindest schmunzeln müssen.

Dieses Buch war für eine Zufallsentdeckung. Und direkt ein Glücksgriff. Ich empfehle es definitiv weiter, vor allem Mütter von Teenagern werden ihren Spaß daran haben.

„Die Liebe fällt nicht weit vom Strand“ von Franziska Jebens

Dieses Buch hatte mich schon durch sein Cover und den Klappentexte neugierig gemacht, und nach einer Leseprobe hatte es mich dann völlig gefangen. Ich brauchte einfach eine Geschichte fürs Herz, und die habe ich hier definitiv gefunden!

Ich mag die Protagonistin Sophie, aber auch die anderen Charaktere des Buches. Ich mag den Humor der Geschichte, es lässt sich richtig gut lesen.

Es geht um eine junge Frau, die davon träumt, einen eigenen Foodtruck zu besitzen. Stattdessen arbeitet sie in einem Job, der sie nicht wirklich glücklich macht. Als sie aus Versehen in einen anderen Job „hineinstolpert“, beginnt sich plötzlich alles für sie zu verändern.

Und es war toll, Sophies Entwicklung mitzuerleben, ihren Traum mit zu träumen. Ich bin ganz begeistert und freue mich, dieses Buch entdeckt zu haben!

Ein schwieriges Buch für mich: „Was wir voneinander wissen“ von Jessie Greengras

Sprachlich finde ich dieses Buch ganz toll. Die Autorin versteht es, sich auszudrücken, benutzt herrlich lange Sätze und viele Metaphern, aber leider konnte mich die Geschichte mich nicht überzeugen.

Das Buch fängt an mit den Gedanken einer Ich Erzählerin zum Thema Mutterschaft. Sie will eine Entscheidung treffen, entweder dafür, Mutter zu werden oder dagegen. Dabei ist das bereits in der Vergangenheit geschehen, denn sie erwartet ihr zweites Kind.

Ich habe verstanden, dass die Ich Erzählerin sich mit ihrer eigenen Mutter und Großmutter beschäftigt. Mit deren Mutterrollen, ihren Beziehungen zueinander.
Doch immer wieder kommen dazwischen auch Textpassagen über Wissenschaftler wie Röntgen oder Freud… Diese Passagen sind nicht uninteressant, aber ich kann da nicht wirklich eine Verknüpfung herstellen zur Ich Erzählerin.

Also für mich ein schwieriges Buch, das mich nach dem Lesen ein wenig unbefriedigt und ratlos zurück lässt.

#netgalleyDE

„Der Morgen, an dem mein Vater aufstand und verschwand“ von Nadia Terranova

Dieses Buch ist ein sehr emotionales Buch, und auch der Schreibstil ist dazu passend sehr gefühlvoll. Ruhig, etwas melancholisch, traurig.
Die Geschichte geht unter die Haut.
Es geht um Ida, eine Frau, die von ihrer Mutter gebeten wird, ihr Elternhaus mit ihr gemeinsam leer zu räumen, um es zu verkaufen.
Ida und ihre Mutter sind von ihrem depressiven Vater verlassen worden, als Ida 13 Jahre alt war. Eine Wunde, die nie verheilt ist.
In diesem Buch wird Ida konfrontiert mit ihrer Vergangenheit, mit ihrer Mutter, mit sich selbst. Und wir begleiten sie dabei.

Teilweise war mir die Geschichte zu schwer, zu depressiv, hat mich runter gezogen. Ungefähr nach der Hälfte habe ich überlegt, es abzubrechen, bin aber jetzt froh, dass ich es zu Ende gelesen habe. Das Ende versöhnt mich mit der Geschichte.

Eine sehr emotionale Geschichte:“Denn Geister vergessen nie“ von Jessica Koch

Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich mag den Schreibstil sehr und finde es toll, dass man die Geschichte aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten miterlebt. So baut man zu jedem eine Beziehung auf und kann vieles nach- und mitempfinden.

Mich hat das Buch emotional sehr stark berührt, weil ich wie Kian selbst hochsensibel bin und mich daher besonders gut in ihn hineinversetzen konnte. Das war beim Lesen für mich teilweise nicht ganz einfach, aber dennoch bin ich begeistert, wie toll die Autorin dies schafft.

In dieser Geschichte geht es viel um Verlust, um loslassen, um neue Wege, neue Leben, neue Beziehungen. Viele Dinge sind Grenzerfahrungen, die „überlebt“ werden müssen. Amy und auch die beiden Zwillingsbrüder tragen kein leichtes Gepäck mit sich.

Wer emotionale Geschichten gerne mag, ist hier richtig.

Ein eher enttäuschender Thriller: „Das Dorf der Toten Seelen“ von Camilla Sten

Dieser Thriller ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut.

Er lässt sich gut lesen und ist auch relativ spannend, aber die Geschichte ist zu leicht durchschaubar.
Mir ist beim Lesen schnell klar geworden, was passiert ist und wie es weitergehen würde. Das war ziemlich enttäuschend.
Außerdem kam mir die Geschichte total bekannt vor, auch wenn ich noch weiß warum.

Der Anfang der Geschichte ist interessant und spannend, aber die Protagonisten bleiben das ganze Buch über eher oberflächlich. Darum kann ich als Leser auch keine wirkliche emotionale Bindung zu ihnen aufbauen.
Einiges, was im Buch passiert, wirkt unlogisch und fehlerhaft, was den Lesefluss sehr stört.
Im Großen und Ganzen ist das Ende enttäuschend, weil es genauso ist, wie man es erwartet hat. Schade.

Ein autobiographisches Buch:“Gott geht unter die Haut“ von Rainer Fuchs

Bei diesem Buch handelt es sich um ein autobiographisches Buch. Rainer Fuchs ist protestantische Diakon und erzählt in diesem Buch von sich. Wie er als Kind, als Jugendlicher zu Gott und seiner Berufung fand. Wie ihn immer wieder Zweifel geplagt haben, wie er zurück gefunden hat. Er erzählt Privates aus seinem Leben, von guten und schlechten Zeiten. Er erzählt davon, was Gott, die Kirche und seine Arbeit ihm bedeuten, wie Gott ihm unter die Haut geht und warum er sich welche Tattoos hat stechen lassen.

Er beschreibt seine Arbeit und Aufgaben als Diakon und äußert seine Gedanken und auch seine Kritik gegenüber der Kirche.

Er erzählt von Menschen, die sein Leben verändert und/oder bereichert haben. Und von Menschen, für die er das gleiche getan hat.

Für mich ist das ein wirklich gelungenes und interessantes Buch und obwohl ich Katholik bin, bin ich froh, es gelesen zu haben. Viele Gedanken kann ich mitnehmen in mein Leben und meinen Glauben.

Ein Buch, um an sich selbst zu arbeiten:“Weil jeder Tag besonders ist“

Es ist schwierig, dieses Buch zu rezensieren, weil es sich um ein Tagebuch handelt. Und da ich noch nicht damit gearbeitet habe, kann ich noch kein Fazit ziehen, ob es mir etwas gebracht hat. Oder was.

Das Tagebuch ist so aufgebaut, dass man erst eine lange Einleitung liest, in der Biyon erzählt, wie er dazu kam, dieses Buch zu entwickeln und wie es benutzt werden soll. Das ist alles klar, verständlich und positiv geschrieben und spricht mich definitiv an.

Nach der Einleitung gibt es 6 Abschnitte mit unterschiedlichem Thema. Ein Thema ist das Oberthema für jeweils einen Monat.
Jedes Thema ist ist in Wochen aufgeteilt. Samstags gibt es immer eine kurze Geschichte, Sonntag eine kreative Aufgabe und eine Challenge für die nächste Woche, die man sich auch per Video in einer App von Biyon erklären lassen kann. Das ist wirklich gut gemacht.

Jede Seite des Buches ist ein Tag. Man soll sich 4 Minuten am Tag damit beschäftigen, 2 Minuten morgens und 2 abends. Hier gibt es jeweils 3 Fragen, die man schriftlich bearbeiten soll. Aber wirklich nur kurz und aus dem Herzen heraus. Z. B. soll man sich einen motivierenden Satz für jeden Tag ausdenken – so einen Satz gibt es zusätzlich noch täglich vom Autor.

Ich finde das Buch sehr ansprechend. Es ist von der Gestaltung neutral gehalten, so dass es auch gender neutral ist. Das gefällt mir gut. Die Verarbeitung und auch das Papier ist in meinen Augen hochwertig und fühlt sich gut an.
Ich bin definitiv gespannt darauf, wie es ist, mit diesem Buch an mir und für mein Glück zu arbeiten.