Ein unheimlich lustiges Weihnachtsbuch: „Morgen, Klufti, wird´s was geben“ von Klüpfel und Kobr

Zuerst muss ich gestehen, dass ich noch keinen Kluftiger Krimi gelesen habe!

Ich kenne von dem Autoren-Duo bisher nur das Buch „In der ersten Reihe sieht man Meer“, das ich wirklich unglaublich liebe. Der Humor der beiden ist einfach klasse!

Mit dem ersten Kluftinger Band hatte ich mal angefangen, tue mich aber mit dem Bayrischen sehr schwer.
Darum habe ich es irgendwann abgebrochen. Dieses Buch hier hat mich aber durch Cover und Titel sehr neugierig gemacht, und ich habe zuerst das Hörbuch gehört, bevor ich es gelesen habe. Das war eine sehr gute Idee, weil ich bei dem Hörbuch keinerlei Verständnisprobleme hatte. Und es war unglaublich lustig!

Ich hatte wirklich viel Spaß an den 24 Weihnachtskatastrophen und bin jetzt ehrlich motiviert, mich doch nochmal an die Kluftinger Krimis zu wagen, alleine weil ich Kluftinger als Personen total klasse fand. Das Hörbuch gewinnt nochmal extra durch die Interaktion der beiden Autoren, die es gemeinsam lesen. Herrlich!

Ich bin wirklich ganz begeistert von diesem Weihnachtsbuch und habe es genossen. Sowohl das hören als auch danach das Lesen des Buches.

Und ich denke, dass Fans der Kluftinger Krimis, die den Kommissar ja schon besser kennen, noch mehr Spaß daran haben werden.

Kurzbeschreibung:

Weihnachten bei den Kluftingers: So viel Lametta war noch nie

Weihnachten bei den Kluftingers, das sind Erikas selbstgebackene Plätzchen, Kluftingers alljährlicher Kampf mit dem Christbaum und vor allem viele liebgewonnene Traditionen. Die werden allerdings gründlich durcheinandergewirbelt, als sich spontan Besuch aus Japan ankündigt und Erika obendrein zwei Tage vor Heiligabend von der Leiter fällt. Kommissar Kluftinger ist also bei den Festvorbereitungen auf sich allein gestellt. Keine leichte Aufgabe, denn sein japanischer Besucher erwartet nicht weniger als das ultimative Allgäuer Weihnachtserlebnis. Und so nimmt die Katastrophe ihren Lauf …

ISBN: 978-3-550-05039-8

Seitenzahl: 144

Verlag: Ullstein Buchverlag

Preis: 14,00 Euro

Vielleicht nicht für alle Kinder geeignet: „Der Weihnachtosaurus“ von Tom Fletcher

Mir als Erwachsene hat dieses Weihnachtsbuch sehr gut gefallen. Der Schreibstil des Autors ist klasse – er arbeitet viel mit Wortspielen und eine sehr schöne, etwas flapsige Art zu erzählen, verbunden mit einem ansprechenden Humor. Dazu passen auch wirklich toll die Zeichnungen in die diesem Buch. Der Stil des Autors spiegelt sich darin wieder.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Der Junge William sitzt im Rollstuhl und liebt Dinosaurier. Er lebt zusammen mit seinem Vater, der Weihnachten liebt. Williams größter Wunsch zu Weihnachten ist ein lebender Dinosaurier. Den gibt es auch tatsächlich – er lebt bei Weihnachtsmann und Wichteln am Nordpol, weil die irgendwann sein Ei gefunden und ihn ausgebrütet hatten. Der Weihnachtsmann erschafft nach dem Weihnachtosaurus einen Stoffdino für William, aber der Weihnachtosaurus liebt diesen Flauschi und will sich einfach nicht von ihm trennen. So gerät in der heiligen Nacht erst unbemerkt auf den Schlitten des Weihnachtsmannes und dann zu William. Die beiden werden beste Freunde und erleben einige Abenteuer miteinander….

Prinzipiell ist es eine sehr schöne und auch typische Weihnachtsgeschichte. happy End, ganz viel Liebe, Glaube und Weihnachtszauber. Aber es gibt auch ein paar Sachen in dem Buch, die für sensible Kinder schwierig sein könnten. Zum einen das Mädchen Brenda Pein, das den im Rollstuhl sitzenden William wirklich massiv mobbt und quält, ohne dass da irgendwie drauf eingegangen wird. Und dann der Bösewicht des Buches, der schon ziemlich brutal und wirklich böse ist. Meine Tochter mochte diese Teile der Geschichte gar nicht!

Man sollte als Eltern sensibler Kinder vorher darüber Bescheid wissen, dass es diese Elemente in der Geschichte gibt und sich überlegen, ob das fürs Kind passt. Vielleicht das Buch erstmal alleine lesen?

Kurzbeschreibung:

»Lieber Weihnachtsmann, ich wünsche mir einen echten Dinosaurier …«

Die Weihnachtswichtel am Nordpol sind ganz aus dem Häuschen, als sie tief im Eis ein geheimnisvolles Ei entdecken. Der Weihnachtsmann höchstpersönlich brütet das Ei unter seinem dicken Po aus. Zur Verblüffung aller schlüpft ein freundlicher kleiner Dinosaurier: der Weihnachtosaurus. Zufällig schickt zur gleichen Zeit, tausende Kilometer entfernt, ein kleiner Junge namens William seinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann ab: Er wünscht sich einen echten Dinosaurier. Als William und der Weihnachtosaurus einander in der Weihnachtsnacht begegnen, erleben die beiden nicht nur ein fantastisches, zum Brüllen komisches Abenteuer, sondern auch, was es heißt, den Wünschen seines Herzens zu folgen. Mit über 100 wunderschönen Schwarz-Weiß-Illustrationen.

ISBN: 978-3-570-16499-0

Seitenzahl: 384

Verlag: cbt

Preis: 14,99 Euro (10,00 Euro als Taschenbuch)

Upcrate Box #27

Gestern habe ich die neue Upcrate Box bekommen, und diesmal bin ich hin und her gerissen bezüglich des Inhaltes.

Mein erster Gedanke war: „Häh, sind das nicht Pustestifte?“ Und …… tadaa, ich hatte Recht! Pustestifte fallen für mich allerdings nicht in die Kategorie Kunstmaterialien, sondern sind eher ein lustiges Gimmick für Kinder.

Und ich muss zugeben,  dass ich meiner Tochter schon häufiger Pustestifte gekauft habe, der Technik aber nicht viel abgewinnen konnte. Aber okay, ich werde es mal ausprobieren.

Zusätzlich zu den Pustestiften enthält die Box sehr hochwertige Acrylfarben in schwarz, grau und einem matten weiß, die mir sehr gut gefallen. Dazu einen Pinsel, den ich auch als Stempelpinsel für Kinder kenne.

Begeistert bin ich von dem beiliegenden Cutter Messer, das eine Keramikklinge besitzt und wirklich gut in der Hand liegt.

Weiterhin gibt es hochwertiges Papiet und Pappe, aus der man sich mit dem Cutter Vorlagen zum Bepusten ausschneiden kann. Beides fühlt sich sehr gut an.

Die Bottlepost ist interessant wie immer, und natürlich gibt es auch wieder passende Sticker dazu.

Und das Kunstwerk finde ich richtig großartig! Der Stil überzeugt mich total und hat mich direkt angesprochen. Vielleicht ist diese Box also das genau das Richtige für mich?!

Falls ihr nicht wisst, was Upcrate Boxen sind: das Kind Überraschungsboxen mit Kunstmaterialien. Ihr könnt sie einzeln kaufen oder abonnieren und sie erscheint einmal pro Monat. Ihr habt vorher keine Ahnung,  was drin ist, könnt euch aber drauf verlassen, dass der Warenwert immer höher ist als das, was ihr für die Box bezahlt.

Was mir an der Upcrate Box total gut gefällt ist – natürlich- der Überraschungsmoment beim Auspacken. Und das ich dadurch Kunstmaterial ausprobieren kann, dass ich entweder schon länger mal ausprobieren wollte, oder von dem ich tatsächlich noch nie gehört habe, wie in der letzten Box die Liquid Pencil Farbe.

Mehr Infos bekommt ihr bei Upcrate selbst. Und bei diversen Instagrammern und Youtubern bekommt man oft 15% Codes.

Ein wunderschönes Bilderbuch: „Der fleißige Mistkäfer und die Träume der Anderen“ von Julia Nüsch

Soll ich euch sagen, warum ich so gerne Kinderbücher, vor allem Bilderbücher, lese? Weil sie ganz oft wahre Schätze sind. Manchmal überzeugt mich die Geschichte, aber ganz oft sind es die Bilder, die sich in mein Herz schleichen.

Ein ganz besonders schönes Bilderbuch ist dieses hier, das mir der Kindermann Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür!

Es geht um den kleinen Mistkäfer Johann Wolfgang (alle Tiere im Buch tragen die Namen berühmter Schriftsteller), der leider keine Freunde hat, weil die anderen Tiere seinen Job ziemlich eklig finden.

Eines Nachts will der Mistkäfer träumen, verläuft sich aber immer wieder und gerät in die Träume der anderen Tiere. Beim Versuch, die wieder zu verlassen, rollt er die Träume versehentlich in seine Dungkugel ein, so dass eine wunderschöne Traumkugel entsteht.

Die Tiere wollen ihre Träume natürlich zurück haben. Also schlafen und träumen sie alle gemeinsam und merken, wie wunderbar dieser gemeinsame Traum war. Sie verabreden sich sofort zum nächsten Mal…

Die Bilder in diesem Buch sind alle etwas surreal, aber wunderschön. Ich liebe die zur Nacht passenden Farben und die gesamte Gestaltung.

Die Bilder sind voller Details, es gibt also eine Menge zu entdecken.

Die Geschichte an sich ist ja irgendwie unspektakulär, überzeugt aber gerade durch diese Schlichtheit und kommt ohne irgendwelche Belehrungen daher.

Meiner 8 jährigen Tochter gefällt das Buch auch sehr, wir lesen es momentan jeden Abend als Einschlafgeschichte.

Kurzbeschreibung:

Die Tiere sind schockiert! Irgendwer hat ihnen ihre Träume geklaut …

Eigentlich wollte der kleine Mistkäfer sich nach einem anstrengenden Arbeitstag gemütlich auf seiner Mistkugel zusammenrollen und ins Reich der Träume begeben, doch – oh Schreck! Wo ist er denn hier gelandet? Schnell merkt er, dass er sich in die Träume der anderen Tiere verirrt hat, was für ziemliches Chaos sorgt. Da stolpert Frau Giraffe schon einmal über ihr Seidentuch und dem schnorchelnden Schaf entgeht eine lang ersehnte Begegnung. Eine Lösung muss her! Bekommen die Tiere ihre Träume zurück? Eine lustige und sensible Geschichte über Freundschaft, Vorurteile und das Träumen.

ISBN: 978-3-934029-84-2

Seitenzahl: 24

Verlag: Kindermann Verlag

Preis: 18,00 Euro

Asperger – unsere nächsten Schritte (Autism – the next steps to do)

Es wird Zeit für ein Update, was die letzten Wochen für meinen Sohn gebracht haben.

Nachdem seine Fehlzeiten in der Schule immer mehr wurden, hatten wir mal wieder 2 Gespräche mit dem Psychologen des kinderneurologischen Zentrums. Die taten gut. Wir haben überlegt, ob es sinnvoll wäre, den Sohn in die bilinguale Klasse wechseln zu wechseln, damit er sich weniger langweilt. Auch die HEBO Schule in Bonn stand zur Überlegung, da scheitert es aber am Schulweg, den mein Sohn alleine nicht bewältigen kann. Und Internat will er auf keinen Fall. Kann ich mir auch nicht vorstellen, dass er einfach die Sicherheit seines Zuhauses braucht.

Nun gut, der Sohn hat in der bilingualen Klasse hospitiert und sich gegen einen Wechsel entschieden. Obwohl die Klasse weniger Schüler hat, ist sie viel lauter und unruhiger als seine. Und der Raum ist viel kleiner. Er bleibt also in seiner Klasse.

Danach sind Gespräche zwischen seiner Klassenlehrerin und der KJP geführt worden, und wir alle gemeinsam haben uns nun entschieden, eine Schulbegleitung zu beantragen, die meinen Sohn während des Unterrichts besonders bei organisatorischen Sachen unterstützen kann. Findet der Sohn zwar blöd – aber ihm fällt es auch ganz schwer einzusehen, dass es nun mal die Option „nur Online Schule“ nicht gibt.

Letzte Woche haben wir zusätzlich ein Erstgespräch in der Tagesklinik am Ort gehabt und ihn dort auf die Warteliste setzen lassen. Leider dauert es bis zu 6 Monaten, bis er dort einen Platz bekommen kann. Aber wenn es soweit ist, wird er dort für ca. 3 Monate hingehen. Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr. Gemeinsame Mahlzeiten, Klinikschule in ganz kleinen Klassen, diverse Therapien und Austausch mit anderen Kindern, die ebenfalls Asperger haben. Ich hatte bei dem Gespräch auf jeden Fall einen sehr guten Eindruck und denke, dass ihm das helfen könnte.

Am 1.12. haben wir Termin beim Jugendamt, um zu besprechen, wie das mit dem Antrag auf Schulbegleitung läuft. Ich hoffe sehr, dass es genehmigt wird und dann auch schnell geht.

Dann war der MDK bei uns zur Prüfung des Antrages auf Pflegestufe. Leider wurden nicht alle Punkte berücksichtigt, so dass mein Sohn nur Pflegestufe 1 bekommen hat. Also müssen wir da jetzt Widerspruch einlegen. Irgendwie kommen wir nie zu einem Ende….

It’s time for an update on what the last weeks have brought for my son.

After his absences from school became more and more, we had again 2 conversations with the psychologist of the child neurological center. They were good. We considered whether it would make sense to change our son to the bilingual class so that he would be less bored. We also considered the HEBO school in Bonn, but the way to school is too difficult for my son to manage on his own. And he doesn’t want to go to boarding school. I can’t imagine that he simply needs the security of his home.

Well, my son has visited the bilingual class and decided against a change. Although the class has fewer students, it is much louder and more restless than his. And the room is much smaller. So he stays in his class.

After that, discussions have been held between his class teacher and the KJP, and we all have now decided together to apply for a school escort, who can support my son during class, especially with organizational things. My son thinks this is stupid – but it is also very difficult for him to understand that the option „online school only“ does not exist.

Last week we also had an initial consultation at the local day clinic and had him put on the waiting list there. Unfortunately it takes up to 6 months until he can get a place there. But when the time comes, he will go there for about 3 months. Monday through Friday from 8am to 4pm. Common meals, clinic school in very small classes, various therapies and exchange with other children who also have Asperger’s. I definitely had a very good impression during the interview and think that this could help him.

On 1.12. we have an appointment with the Youth Welfare Office to discuss how the application for school support is going. I really hope that it will be approved and that it will go quickly.

Then the MDK was with us to check the application for care level. Unfortunately, not all points were taken into account, so that my son only got care level 1. So now we have to file an appeal. Somehow we never come to an end….

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

Zeit für ein Adventskalenderbuch: „Die Lametta Girls jagen das Gespenst“ von Laura Lamping und Stefanie Klaßen

Der erste Türchentag rückt näher, und wir haben seit 16 Jahren den Brauch, dass ich meinen Kindern ein Adventskalender Buch vorlese. Meist schon morgens vor der Schule. Langsam sind meine großen Kinder zu groß dafür, aber für meine 8 jährige Tochter habe ich dieses Jahr ein tolles Buch gefunden: „Die Lametta Girls jagen das Gespenst“.

Es handelt sich dabei um einen zweiten Band, was aber völlig egal ist, da man den ersten Band vorher nicht gelesen haben muss.

Es geht um die drei Freundinnen Miri, Lara und Leo, die auf dem Internat Wiesengrund wohnen. Dort verschwinden plötzlich immer wieder Sachen, und die Schüler glauben schon, dass im Internat ein Weihnachtsgespenst spukt. Also tun sich die drei jungen Detektivinnen zusammen, um das Rätsel zu lösen.

Mir gefällt an dem Buch besonders der kindgerechte Erzählstil und der gelungene Spannungsaufbau. Die Kapitel haben die perfekte Länge und werden nicht mittendrin einfach abgebrochen. So lässt es sich sehr schön lesen.

Jedes Kapitel endet mit einem Worträtsel. Auch das finde ich toll, weil es den jungen Lesern die Möglichkeit gibt, auch mitzurätseln.

Die Illustrationen sind auch passend zur Geschichte und zur Weihnachtszeit und gefallen mir wirklich sehr gut.

Ich freue mich darauf, es mit meiner Tochter zu lesen und empfehle es euch gerne!

Kurzbeschreibung:

Ein Weihnachts-Krimi-Adventskalender – Adventskalenderbuch zum Lesen und Rätseln für Kinder ab 8 Jahren

Lara, Miri und Leo freuen sich auf die Adventszeit in ihrem Internat Wiesengrund. Endlich wieder Weihnachtsmarkt, Plätzchen backen und der tolle Weihnachtschmuck überall.

Doch plötzlich verschwinden im Internat andauernd Dinge. Und die Kinder glauben schon, dass ein Weihnachtsgespenst auf Wiesengrund herumspukt. Doch als dann auch noch das Lieblingskissen von Miri wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint, beschließen die drei Freundinnen der Sache auf den Grund zu gehen.

Wäre doch gelacht, wenn die Lametta-Girls den Fall nicht bis zum Heiligen Abend gelöst bekommen!

ISBN: 978-3-7806-0993-9

Seitenzahl: 160

Verlag: Kaufmann Verlag

Preis: 12,95 Euro

Ein gutes Jugendbuch mit kleinen Schwächen: „Mädchenmeuterei“ von Kirsten Fuchs

Ich habe vor einigen Jahren das Buch "Mädchenmeute" gelesen. "Mädchenmeuterei" ist nun quasi der Nachfolger, und es gibt für uns Leser ein Wiedersehen mit den Protagonistinnen. Es ist aber nicht unbedingt nötig, "Mädchenmeute" zuerst gelesen zu haben, denn die Infos, die man daraus braucht, bekommt man auch so. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass man dann das erste Buch auch noch lesen wird.

Darum geht es: Bea, eine der Freundinnen aus der Mädchenmeute, ist verschwunden. Charlotte, die Ich-Erzählerin, bekommt Videos von ihr geschickt und findet so raus, dass sie in Marokko ist und Hilfe braucht. Sie bucht eine Schifffahrt nach Marokko auf einem Containerschiff für sich und ihre Eltern. Als die aber nicht mitfahren wollen, macht sich Charlotte heimlich mit den anderen Mädchen der Meute auf die Reise. Und auf dieser Reise erleben sie dann so manches Abenteuer und kommen auch in brenzlige Situationen.

Mir hat der Schreibstil der Autorin wie schon im ersten Buch sehr gut gefallen. Es ließ sich flüssig lesen. Die Videos von Bea zwischendurch fand ich ausgesprochen gut beschrieben.
Es gab für mich aber einige Schwächen: zum einen fand ich die einzige Erwachsene der Runde, die Journalistin Francesca, total überflüssig und auch unglaubwürdig, weil sie sich eigentlich genauso verhalten hat wie die Mädchen selbst. Da hätte man sich eine erwachsene Person auch sparen können.

Zum anderen fand ich die Vorgänge auf dem Schiff irgendwie sehr undurchsichtig und schwer nachvollziehbar. Und es kam mir zu wenig „Suche“ von den Eltern der wieder verschwundenen Mädchen. Die Eltern von Charlotte wussten doch, dass sie diese Schiffreise gebucht hatte – warum kommen sie bitte nicht auf die Idee, dass sie sie ohne sie angetreten haben könnte?

Das Verhalten, die Gefühle und Gedanken der Menschen konnte ich dagegen sehr gut nachvollziehen – typische Teenager halt.

Im Großen und Ganzen hatte das Buch für mich einige störende Schwächen, dennoch würde ich sagen, dass es ein gutes Jugendbuch ist. Mir hat „Mädchenmeute“ aber deutlich besser gefallen, weil es mir weniger konstruiert vorkam.

Kurzbeschreibung:

Charlotte Nowak will die Sache am liebsten abbrechen: diese Fahrt auf einem Containerschiff nach Marokko. Niemand soll wissen, wo sie und ihre Freundinnen sich aufhalten. Die vier sind so verschieden, wie man mit sechzehn nur sein kann, sodass es auch mal kracht; und dann haben sie noch Antonia als blinden Passagier an Bord geschmuggelt. Aber Bea, die sie finden müssen, steckt in Schwierigkeiten und braucht Hilfe. Als das Schiff ablegt, wird Charlotte klar: Sie kann nicht mehr zurück und ist nun Teil dieses Schiffes, auf dem einiges nicht stimmt. Der unsympathische Kapitän und der wenig zimperliche Erste Offizier sind viel härter, als es im ohnehin robusten Seemannsleben üblich ist; beim Landgang in Le Havre wird Charlotte in seltsame Transaktionen verwickelt, und dann kommt eine Kiste auf das Schiff, für die die Freundinnen unerwartet Verantwortung übernehmen müssen. Vielleicht geht es hier um illegalen Handel und moderne Sklaverei, vielleicht auch um alte Mythen des Meeres. Auf jeden Fall müssen die fünf sich dem stellen.

Ein Abenteuer, das die grandiose Erzählerin Kirsten Fuchs mit umwerfendem Sprachwitz schildert. Ein Roman über Freundschaft, die Freiheit und wer für sie den Preis zahlt.

ISBN: 978-3-7371-0046-5

Seitenzahl: 496

Verlag: Rowohlt

Preis: 22,00 Euro

Hält viel mehr als es verspricht: „Rosalie, die Feuerwanze“ von Uwe Krauser

Meine Tochter wollte dieses Buch gar nicht lesen, weil ihr das Cover überhaupt nicht gefallen hat. Und ich muss mich da leider anschließen, denn mich spricht es auch nicht an. Ich hätte es aufgrund von Cover und Buchtitel in der Buchhandlung nicht in die Hand genommen.

Nun habe ich es über NetgalleyDE gelesen und festgestellt, dass es sehr schade ist, dass das Cover nicht überzeugt, denn die Geschichte tut es. Es ist eigentlich eine ganz einfache und unspektakuläre Geschichte (darum finde ich auch die Angabe bis 12 Jahre sehr hoch gegriffen und würde das auch maximal 10 Jahre runtersetzen), aber sie ist kindgerecht geschrieben und schön zu lesen. Es geht darum, dass die Feuerwanze Rosalie eines Tages von einem Jungen gefangen und in einem Glas gehalten wurde. Ihr gelingt der Ausbruch, und mit der Hilfe von allen möglichen Tieren findet sie am Ende wieder zurück zu ihrer Familie.

Dem Autor gelingt es wirklich gut, alle möglichen Informationen über die Tiere, die Rosalie trifft, in seiner Geschichte einzubauen, ohne dass es belehrend wirkt. Das gefällt mir gut – ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass Kinder Bücher abbrechen, wenn sie merken, dass es nur darum geht, dass sie irgendwas daraus lernen sollen. Hier wird das Wissen ganz nebenbei vermittelt, bleibt aber dennoch hängen. Das ist sehr gut gemacht!

Es wäre ansprechender gewesen, wenn es noch passende Illustrationen gegeben hätte, aber dennoch ist das wirklich ein lesenswertes Buch!

Kurzbeschreibung:

Rosalie wurde an einem Frühlingstag vor den Augen ihrer Mutter eingefangen und lebt seitdem im Kinderzimmer eines vorwitzigen Menschenkindes. Ein Marmeladenglas, das zwischen Büchern und Legosteinen auf einem Schrank steht, ist zu ihrem einsamen Zuhause geworden.
Als der Junge eines Tages vergisst, das Glas zu verschließen, gelingt Rosalie die Flucht aus ihrer Gefangenschaft. Sofort macht sie sich auf den abenteuerlichen Weg, ihre Familie wiederzufinden.
Kaum in der Freiheit angekommen, lernt sie den tollpatschigen Siebenpunkt-Marienkäfer Paul kennen. Paul wurde von seinen Eltern verstoßen, weil er seine Stinkdrüsen einfach nicht in den Griff bekommt. Er beschließt, Rosalie zu begleiten und bringt sie mit einigen sehr außergewöhnlichen Wald- und Wiesenbewohnern zusammen. Doch ist es ausgerechnet die allseits gefürchtete Kreuzspinne Irma, die Rosalie auf ihrer Suche weiterhelfen kann?

Eine spannende Geschichte für kleine und große Leseratten von sechs bis zwölf Jahren.

ISBN: 978-3-947738-97-7

Seitenzahl: 180

Verlag: Kampenwand Verlag

Preis: 12,85 Euro

Lust auf etwas andere Weihnachtsgeschichten? Dann empfehle ich euch „Gefährliche Weihnachten“ von Carla Eisfeldt

Ich liebe ja Kurzgeschichte – wenn sie richtig gut sind! Und das sind diese 12 Geschichten zum Thema Weihnachten auf jeden Fall.

Die Autorin hatte da wirklich ein paar ganz großartige Ideen und hat die dann auch wundervoll verpackt. Wer allerdings Weihnachtskitsch und heile Welt erwartet, ist hier falsch.

Die Gescichten sind überraschend, humorvoll, manchmal ganz schön makaber… aber alle ganz unglaublich gut geschrieben! Der Stil der Autorin ist toll. Ihre Geschichten sind packend und treffend, mit meist überraschendem Ende. Sowas mag ich total.

Ich habe mich manches Mal an die Kurzgeschichten von Roald Dahl erinnert gefühlt und habe es wirklich genossen, dieses Buch zu lesen. Ich hoffe sehr auf weitere Bände.

Kurzbeschreibung:

Gefährliche Weihnachten“, da haben wir unter anderem …

… Johanna, die ihren schlimmen Liebeskummer auf dem Weihnachtsmarkt mit ganz natürlichen Mitteln kuriert;

… Tobias, dem das perfekte Geschenk ein ganz spezieller Preis wert ist;

… Hildegard, die zu Maßnahmen härter als ihre Plätzchen greift, um den Immobilienhai in ihrem Haus loszuwerden;

… Astrid und ihre Freundinnen, deren Wichtel-Party durch das Erscheinen eines Engels richtig in Schwung kommt.

Zwölf bissige Kurzgeschichten lassen tief blicken in die Abgründe harmonischer Beziehungen, in die großen und kleinen Geheimnisse, die gerade in der Weihnachtszeit tunlichst verborgen bleiben wollen. Dabei beobachtet Carla Eisfeldt genau, wie ihre Figuren dem selbst auferlegten sozialen Druck standhalten wollen und lässt sie genüsslich scheitern. Schwarzer Humor der dunkelsten Sorte zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichten – für eine Adventsstimmung der ganz besonderen Art.

ISBN: 978-3982381701

Seitenzahl: 164

Preis: 7,49 Euro

Ein wirklich gutes Kinderbuch über den Tod: „Traumopa“ von Dolf Verroen

Leider können wir das Thema Sterben und Tod ja nicht von unseren Kindern fernhalten, auch wenn das viele von uns Eltern gerne tun würden.

Die Trauer von Kindern auszuhalten, sie darin zu begleiten und ihre Fraen zu beantworten ist nicht leicht. Zumal nicht jedem von uns der Glaube an Gott und an den Himmel innewohnt, mit dem wir kindliche Fragen erstmal gut beantworten könnten.

In dem Buch „Traumopa“ geht es um einen Jungen, der bei seinen Großeltern in Ferien ist, als plötzlich und unerwartet sein Opa stirbt. Und während die Erwachsenen ganz viel zu erledigenund zu organisieren haben, von dem sie ihn fernhalten wollen, erfahren wir Leser, wie der Junge sich fühlt. Er spricht mit seinem besten Freund, einem Muslim, über den Tod und über Gott, erinnert sich an besondere Momente und Gescichten seines Opas und nimmt auf seine Weise Abschied.

Das Buch kommt nicht mit Antworten und Erklärungen daer. Es versucht auch nicht, von der Trauer abzulenken oder sie zu überspielen. Es nimmt Trauer ernst. Das hat mir sehr gut gefallen, denn gleichzeitig schenkt es Hoffnung und es wird ganz deutlich, dass der Opa nie ganz weg sein wird, weil der Junge sich an ihn erinnert.

Die Illustrationen in diesem Buch, die immer eine Seite füllen, tragen diese Botschaft unglaublich gut mit. Es gibt dunkle, düstere und traurige Bilder. Diese wechseln sich aber immer ab mit farbenfrohen Bildern von Opa, seinen Träumen und Geschichten. Das ist toll gemacht, und so gehen die Geschichte und die Bilder eine ganz besondere Symbiose ein und begleiten und unterstützen sich gegenseitig.

Ich finde dieses Buch unheimlich gut gelungen und empfehle es definitiv weiter!

Kurzbeschreibung: Thomas ist bei seinen Großeltern zu Besuch, als sich sein Opa einfach im Schlaf aus dem Leben verabschiedet. Wird er nun seinen Opa vergessen, fragt sich Thomas etwas bange – seinen Opa, der immer von seinen wunderbaren Träumen zu erzählen wusste?! Dann beginnt Thomas selbst von seinem Opa zu träumen …

ISBN: 978-3-7725-2855-2

Seitenzahl: 36

Alter: ab 6 Jahren

Verlag: Freies Geistesleben

Preis 15,00 Euro