Hervorgehoben

Meine Liebe zu Büchern

Ich habe schon als Kind gerne gelesen. Eigentlich alles, was ich in die Finger bekommen habe.

Mein erster „Schatz“ war eine Ausgabe von „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren, die ich mit 8 Jahren zur Kommunion bekommen habe. Dieses Buch habe ich immer noch. Unzählige Male gelesen und mittlerweile auch meinen Kindern vorgelesen.

Ich liebe Kinder- und Jugendbücher und liebe es, meinen Kindern vorzulesen. Leider fühlen sich die zwei Großen schon zu groß dafür.

Durch die Kinder gab es Phasen, in denen mir nicht viel Zeit zum Lesen blieb – bis mein erster EBook Reader den Weg zu mir fand. Endlich konnte ich auch beim Stillen lesen, während des Einschlafbegleitens und im Familienbett neben schlafenden Kindern im Dunkeln. Was für ein Glück!

Mittlerweile habe ich auch Apps auf dem Smartphone, wodurch ich immer was zum Lesen dabei haben kann, ohne ein Buch mit zu schleppen.

Neuerdings habe ich Netgalley für mich entdeckt und habe dadurch die Möglichkeit, noch mehr zu lesen und zu rezensieren. Und das liebe ich!

Lyrik und Kurzprosa: „Wanderherzen“ von Dahi Tamara Koch

Dieses Buch habe ich als Rezensionsexemplar von der Autorin bekommen und möchte mich dafür ganz herzlich bedanken. Mein Lyriker-Herz freut sich immer besonders, wenn ich neue Gedichte entdecken darf!

Ich habe dieses Buch als PDF zur Verfügung gestellt bekommen und hatte beim Lesen ein paar kleine Probleme mit dem Buchsatz. Zum Beispiel war mir manchmal nicht klar, wo ein Gedicht endet und ein neues beginnt. Aber ich vermute, dass dies am Dateiformat lag.

Ich liebe Gedichte sehr, und ich hatte das Glück, in diesem Buch ein paar wirklich wunderschöne Gedichte entdecken zu dürfen. Was mir aber noch besser gefallen und mich wirklich beeindruckt hat, war die großartige Kurzprosa!

Bei den Gedichten war mir manchmal nicht klar, was die Autorin damit ausdrücken wollte – sie benutzt oft als Stilmittel eine Art „Fazit“ unter den Gedichten. Das finde ich sehr gelungen, manchmal aber auch nötig.

Die Kurzprosa dagegen vermag es, ohne irgendwelche Erklärungen auszukommen. Die Sprache finde ich gerade bei den Prosatexten wunderschön und die Autorin schafft es, tiefe Gefühle zu transportieren, ohne dafür viele Worte zu benutzen. Bei den Gedichten gelingt ihr das nicht immer.

Ich finde, die Autorin hat wirklich Talent, die meisten ihrer Texte haben mich wirklich berührt. Und ich finde, das ist gerade in diesem Genre sehr wichtig. Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter!

Cornelia Funke wurde für ihr Lebenswerk mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet

https://www.deutschlandfunk.de/auszeichnung-deutscher-jugendliteraturpreis-fuer-cornelia.2849.de.html?drn:news_id=1184576

Cornelia Funke ist in meinen Augen eine der besten deutschen Kinderbuch Autorinnen unserer Zeit. Und sie ist zu Recht für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden!

Ich glaube, viele Leser kennen sie durch ihre „Tinten-“ Bücher oder die „Reckless“ Reihe. Ich habe beide Reihen nicht gelesen, weil Jugend Fantasy nicht mein bevorzugtes Genre ist.

Was ich aber sehr liebe, sind ihre Kinderbücher, von denen unzählige in unserer Familie Bibliothek stehen. Meiner jetzt 16 jährigen Tochter habe ich vor vielen Jahren schon „Die wilden Hühner“ vorgelesen. Alle Kinder hier lieben „Igraine Ohnefurcht“, den Jungs habe ich mehrfach die „Gespensterjäger“ Bücher vorgelesen. Ebenso sehr mögen wir aber auch die zwei „Drachenreiter“ Bücher und „Herr der Diebe“.

Cornelia Funke ist also schon lange nicht mehr wegzudenken aus unseren gemeinsamen Leseabenteuern.

Herzlichen Glückwunsch zur verdienten Auszeichnung, Frau Funke!

Was ich in Rezensionen lesen möchte (und was nicht)

Ich finde, Rezensionen sind nicht einfach zu schreiben. Zumindest, wenn man nicht spoilern will. Ich habe mal nachgedacht, was für Rezensionen mir gefallen und warum ich meine so schreibe, wie ich es tue.

Was ist mir wichtig in einer Rezension?

Mich interessiert am meisten, was der Rezensent beim Lesen empfunden hat. Fand er das Buch spannend oder berührend, war es ihm zu schwer/zu leicht geschrieben, hat ihn etwas gestört oder hat ihm etwas besonders gut gefallen?

Dann interessiert mich, ob der Inhalt des Buches das war, was der Klappentext verheißen hat? Oder hat man aufgrund des Klappentextes etwas ganz anderes erwartet?

Wichtig finde ich auch, ob der Buchsatz gut ist oder ob das Buch viele Rechtschreibfehler enthält. Denn sowas stört mich als Leser so extrem, dass es sogar sein kann, dass ich deswegen ein Buch abbreche.

Und dann mag ich auch gerne Empfehlungen im Sinne von „Wer das Buch xy mochte, dem wird dieses hier bestimmt auch gefallen“. So etwas finde ich immer hilfreich.

Ganz elementar finde ich die Information, ob das Buch zu einer Reihe gehört. Und wenn ja, ob man es unabhängig von den anderen Bänden lesen kann und ob die Geschichte in sich abgeschlossen ist. Denn Buchreihen, in denen ein Buch quasi einfach abbricht und man zwingend das nächste lesen muss, mag ich nicht.

Was ich persönlich gar nicht brauche sind die Rahmendaten eines Buches. ISBN Nummer, Preis, Erscheinungsjahr, Seitenzahl usw. kann ich selber nachschauen, wenn das Buch mich interessiert. Es stört mich nicht, wenn diese Infos in einer Rezension stehen, aber für mich sind sie überflüssig.

Was mag ich in Rezensionen nicht?

In erster Linie darf eine Rezension nicht spoilern. Auch nicht, ob es gut ausgeht oder nicht.

Was ich auch nicht mag, sind Personenbeschreibungen. Oder die Meinung des Rezensenten zu den einzelnen Personen. Das ist für mich ebenso spoilern wie das Erzählen der Story. Ich möchte die Möglichkeit haben, die Personen in einem Buch selber kennenzulernen und mir selbst ein Bild von ihnen zu machen.

Mich nerven Beschreibungen und Interpretationen des Buchcovers. Ich habe selber Augen und sehe selbst, was auf dem Cover gedruckt ist. Oder welche Farben benutzt wurden usw. Natürlich kann ich schreiben, ob mich das Cover angesprochen hat und warum, aber man muss es nicht analysieren.

Auch Infos über den Buchautor mag ich in einer Rezension nicht lesen. Wenn der Autor mein Interesse geweckt hat, kann ich mich über ihn/sie informieren, aber ich brauche in keiner Buchrezension die Lebensgeschichte des Autors.

Zitate aus Büchern finde ich okay, aber nur, um die Sprache zu verdeutlichen, wenn sie etwas besonderes an sich hat. Zitate, die zu viel vom Inhalt preisgeben, stören mich total und fallen für mich unter Spoiler.

Ich weiß, dass andere Leser ganz andere Dinge als ich in Rezensionen gut und wichtig finden, darum finde ich es toll, dass es so viele Rezensionen und so unterschiedliche Buchblogger gibt. Ich finde, dass der Buchmarkt dadurch extrem gewinnt und mich haben Rezensionen schon oft vor Fehlkäufen bewahrt.

Mir selbst ist es am wichtigsten, meine Emotionen beim Lesen in meiner Rezension zu transportieren. Und zu äußern, wie Klappentext und tatsächlicher Buchinhalt zusammen passen. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich häufig durch den Klappentext eine ganz andere Art von Buch erwartet habe.

Was ist euch an einer Rezension am wichtigsten? Fehlt euch etwas bei meinen Rezensionen?

Weihnachten? Nicht wirklich! „Marcia aus Vermont“ von Peter Stamm

Diese Geschichte ist wirklich eher als längere Kurzgeschichte denn als Buch zu verstehen. Und damit finde ich den Preis von 14 Euro für ein HC doch extrem überteuert. Zumal die Geschichte zwar ganz okay, aber wirklich nichts besonderes ist.

Der Schreibstil ist flüssig und klar, die Geschichte logisch. Mit Weihnachten, wie es der „Untertitel“ suggeriert, hat sie meiner Meinung nach aber überhaupt nichts zu tun. Sie spielt um Weihnachten, aber für mich wäre der Zeitpunkt austauschbar.

Eine Geschichte, die man als geübter Leser in 30 Minuten lesen kann. Und dann legt man das Buch weg und vergisst es sofort.

Kurzbeschreibung: Stellen wir uns nicht alle manchmal diese Fragen: die nach dem eigenen Leben und der wahren Liebe. Wir warten auf das echte Gefühl. Wir sind allein unterwegs. Wir suchen den Ort unserer Sehnsucht. So geht es den Figuren von Peter Stamm. Sie blicken zurück und staunen, dass das Leben sich so entwickelt hat und nicht anders. Oder sie haben es vergessen. Und wir mit ihnen. Nicht allein sein, Nähe herstellen, eine Liebe gelingen lassen. Oft trauen wir uns nicht. Wir denken darüber nach, ob es so, wie es ist, richtig ist, und wir träumen vom Glück. Peter Stamm erfindet für uns einen graden Strich durch die ungefähre Landschaft unseres Lebens, so dass wir die Stille genießen können, die dabei entsteht. Weihnachten ist nur die Zeit, in der wir dafür besonders empfänglich sind.
Peter Stamm erzählt aus dieser Mitte der Existenz heraus, seine Figuren sind zum Greifen nah. Wer seine Bücher liest, kann zu sich selbst finden. Und es ist plötzlich Weihnachten.

Wunderschöne Fantasy für junge Leser ab 10 Jahren: „Brombeerfuchs. Das Geheimnis von Weltende“ von Katrin Tordasi

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Gestaltwandler-Fantasy Roman für Kinder ab 10 Jahren. Also genau das Genre, das mein 12 jähriger Sohn zur Zeit am meisten liest. Darum war er auch gleich begeistert, es lesen zu dürfen.

Er fand es richtig mega gut. Es ist spannend geschrieben, die beiden Kinder, Ben und Portia, passen super zusammen, und die verborgene Welt ist wirklich toll ausgedacht.

Und ich kann meinem Sohn nur absolut Recht geben! Die Autorin hat einen wahnsinnig tollen, lebhaften und bildgewaltigen Schreibstil. Sie zieht einen damit richtig in die Geschichte hinein und lässt alle Figuren wunderbar lebendig werden.
Die Geschichte ist von Anfang an spannend, und sie gewinnt ganz stark dadurch, dass die Perspektive zwischen Ben und Portia und einer dritten Person wechselt.

Ich gehöre zwar nicht zur Zielgruppe, fand es aber großartig und freue mich schon sehr darauf, es meinen anderen noch vorzulesen.

Kurzbeschreibung: Als Ben und Portia sich zum ersten Mal in der alten Buchhandlung von Conwy begegnen, ahnen sie nicht, dass sie zusammen das größte Abenteuer ihres Lebens erleben werden. Sie bemerken auch nicht den rothaarigen Mann, der sich hinter einem Bücherstapel versteckt und dessen Schatten die Form eines
Fuchses hat: Robin Goodfellow. Listig bringt der Gestaltwandler die Kinder dazu, eine magische Tür für ihn zu öff nen. Doch niemand öff net das Portal zur
Anderswelt ungestraft …
Folgen Sie Kathrin Tordasi in eine Welt, in der hinter jeder Brombeerhecke ein magisches Geheimnis liegen könnte!

Buchmessen

Ich bin zwar Buchbloggerin, aber ich war noch nie auf einer Buchmesse. Und ich fürchte, ich werde auch nie auf eine gehen. Und ich möchte euch gerne erklären, warum das so ist.

Zum einen bin ich gesundheitlich aufgrund meiner Erkrankung gar nicht in der Lage, so viel zu laufen, wie ich es auf einer Messe müsste. Schon nach maximal 30 Pinuten gehen (mit Pausen), habe ich so starke Schmerzen, dass ich einfach nicht mehr laufen, sondern nur noch heulen könnte.

Zum anderen bin ich hochsensibel, was bedeutet, dass ich wahnsinnig schnell reizüberflutet bin.

Ich war vor einigen Jahren auf der SPIEL in Essen, und das war für mich ein emotionaler Super-GAU. So viele Menschen, so viel zu sehen, so eine Lautstärke durch die vielen Stimmen… Das war für mich überhaupt nicht auszuhalten.

Darum weiß ich, dass auch eine Buchmesse mich völlig überfordern würde. Zumal ich auch ganz schlecht auf fremde Menschen zugehen kann.

Ich würde von den auf der Messe vorgestellten Büchern wahrscheinlich kaum etwas mitbekommen. Darum ist das ein Event, das ich meiden muss.

Dennoch informiere ich mich natürlich liebend gerne über neue Bücher, nutze dafür aber eher die Weiten des Internets, höre Literatur Podcasts oder lese Literatur Zeitschriften.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich niemand bin, der den persönlichen Kontakt zu den Autoren sucht. Mir ist meistens völlig egal, wer ein Buch geschrieben hat – Hauptsache, mir gefällt das Buch!

Natürlich gibt es auch Autoren, bei denen ich grundsätzlich zugreifen, z. B. bei Elizabeth George. Aber das ist auch nicht grundsätzlich so. Eine Autorin, die ich persönlich gut kenne, ist Tatjana Weichel. Ihr Buch „Bis dann, ich lieb dich“ mag ich sehr. Aber sie hat auch noch ein Sinn-off geschrieben zur „Blackheart“ Reihe von Kim Leopold. Und dieses Buch habe ich gar nicht gelesen, weil mich die Reihe von Kim Leopold nicht interessiert.

Dadurch reizt es mich auch nicht, zu einer Buchmesse zu fahren, um Autoren kennenzulernen oder Lesungen zu hören. Oder gar Autogramme zu bekommen.

Und darum werdet ihr hier auf meinem Blog auch nichts lesen über die Frankfurter Buchmesse 2020.

Wie ist das bei euch? Geht ihr auf Buchmessen?

Follow Friday – 16.10.2020

Habt ihr schonmal ein Buch besser bewertet als ihr es eigentlich fandet – z.B. weil ihr den Autor persönlich kennt?

Nein, habe ich nicht. Ich muss aber zugeben, dass ich nur 2 Autorinnen persönlich kenne: Jennifer Benkau und Tatjana Weichel.

Von Tatjana habe ich erst ein Buch gelesen, und das habe ich mit gutem Gewissen gut bewerten können. Und bei Jennifer Benkau waren die Bücher, die ich gelesen habe, wirklich klasse.

Wenn ich angefragt werde, ob ich ein Buch rezensieren möchte (was leider sehr selten vorkam bisher), bin ich mit meiner Bewertung auch ehrlich, was aber daran liegt, dass ich grundsätzlich nicht lüge.

Allerdings tut es mir immer von Herzen leid, wenn ich eine schlechte Bewertung schreibe. Einfach weil ich weiß, wie schwer es ist, ein Buch zu schreiben. Und für jeden Autor ist sein Buch sowas wie sein Baby… Und ich sage ja auch keiner Mutter, dass sie ein hässliches Kind hat.

Sehr berührend : „Letzte Liebeslieder“ von Stefan Weiller

Dieses Buch ist sehr emotional. Es handelt sich um Gespräche mit sterbenden Menschen und Berichte über Sterbende. Darüber, wie sie sich fühlen mit dem Wissen, dass ihr Tod kurz bevorsteht. Darüber, wie sie damit umgehen. Und auch über die Erinnerungen an ihr Leben und an die Liebe.
Fast jeder dieser Menschen hat in seinem Herzen ein Lied, welches ihm viel bedeutet. Die Geschichten hinter diesen Themen sind ebenso interessant wie die Menschen selbst.

Eigentlich ist dies kein Buch für mich, weil mir meine eigene Sterblichkeit unglaublich Angst macht. Am liebsten möchte ich den Tod einfach verdrängen, obwohl ich davon überzeugt bin, dass es ganz wichtig ist, sich damit auseinanderzusetzen. Das ist auch der Grund, warum ich immer wieder solche Bücher lese!

Dieses Buch gefällt mir sehr, weil die Menschen darin so unterschiedlich sind. Und es ist mit unheimlich viel Wärme und Respekt geschrieben, ohne Kritik oder die eigene Meinung des Autors. Man bekommt nichts „untergeschoben“, das Buch belehrt auch niemanden oder wirft mit irgendwelchen Lebensweisheiten um sich. Und gerade deshalb empfinde ich es als sehr warmes und weises Buch!

Kurzbeschreibung: Die Liebe und das Lied dazu – nicht selten sind Gefühle unwiderruflich mit bestimmten Songs und Liedern verknüpft. Viele Paare haben »ihr Lied«, das für ihre Liebe steht. Über die Frage nach den Liedern ihres Lebens, steigt Stefan Weiller mit Sterbenden tief in Gespräche über das Leben und die Liebe ein. In seinem Buch erzählt er ihre Geschichten. Die authentischen Beispiele zeigen, wie höchst unterschiedlich Menschen den Abschied gestalten und empfinden. Die Lektüre wirft zudem existenzielle Fragen auf: Wie will ich sterben? Wie will ich weiterleben? Was bereue ich, was nicht? Was ist am Lebensende wichtig – der berufliche Erfolg, weltlicher Besitz oder Freunde, Partner*innen und Familie? Beim Lesen von Weillers manchmal geradezu kuriosen Liebesgeschichten wird deutlich, dass die letzte Lebensphase keinesfalls nur Trauer, Stille und Krankheit enthält, sondern auch Humor, Zuversicht, Menschlichkeit und Liebe.

Ich verstehe den Hype nicht: „Queenie“ von Candice Carty-Williams

Ich habe von diesem Buch schon im Vorfeld eine Menge gehört. Und da ich auch Cover und Klappentext wirklich ansprechend fand, habe ich mich sehr drauf gefreut, es zu lesen.

Ich muss aber sagen, dass ich die vielen positiven Rezensionen nicht nachvollziehen kann. Mir hat das Buch absolut nicht gefallen.

Zum einen zieht es sich unheimlich in die Länge. Meiner Meinung nach hätte man es bestimmt um 200 Seiten kürzen können. Zum anderen ist mir die Protagonistin, Queenie, total unsympathisch. Ja, ich verstehe, dass sie ihrer Beziehung nachtrauert und irgendwie auch eine Art Depression entwickelt, aber ich kann einfach nicht mir mitfühlen. Ihr ganzes Verhalten ist mir unsympathisch. Und sie finde ich einfach völlig unverantwortlich. Und nervig naiv.

Aber auch die anderen Personen der Geschichte bleiben ohne Tiefe.
Auch wenn der Schreibstil nicht schlecht ist, gibt es keine Spannung. Irgendwie passiert tatsächlich nicht viel, was die Story vorantreibt.

Ich glaube mittlerweile, dass das Buch nur gehypt wurde, weil die Protagonistin schwarz ist und das gerade gut zur BlackLivesMatters Initiative passte.
In meinen Augen gibt es da viel bessere Bücher, z. B. „The hate u give“.

Kurzbeschreibung:

Queenie ist ein Naturtalent. Darin, sich Ärger einzuhandeln.
Zum Beispiel in der Zeitungsredaktion, wo sie die Zeit vertrödelt, anstatt endlich über die Themen zu schreiben, die ihr wichtig sind: Black Lives Matter, Feminismus, seelische Gesundheit. Oder mit ihrem braven weißen Boyfriend, der sie nicht gegen seinen (»Er hat’s nicht so gemeint«) rassistischen Onkel verteidigt. Als die Beziehung zerbricht, sucht Queenie Trost in der digitalen Datinghölle und trifft eine falsche Entscheidung nach der anderen. Die Welt schaut ihr zufrieden dabei zu: ist denn von jungen (Schwarzen) Frauen anderes zu erwarten? Eben. Erst als es fast zu spät ist, stellt sich Queenie den wichtigen Fragen: Wie kann ich die Welt zu einem besseren, gerechteren Ort machen? Und mich in ihr ein bisschen glücklicher?

Ausgezeichnet als bestes Buch und bestes Debüt des Jahres bei den British Book Awards!

Plötzlich kratzt Corona an meiner Komfortzone

Bisher war Corona immer noch relativ abstrakt. In unserem Bekanntenkreis gab es noch niemanden, der positiv war. Genaugenommen war Corona noch so weit weg, dass wir überhaupt nur eine Person im Bekanntenkreis hatten, die getestet wurde. Ergebnis: negativ.

Auch in den Schulen/Klassen der Kinder gab es noch keinen Fall. Nicht mal einen Verdacht.

Und nun kommt es plötzlich näher. Nun hat mein Vater ein positives Testergebnis in der Hand.

Und jetzt merke ich erst so richtig, dass diese ganze Testerei und so überhaupt keinen Sinn macht!

Mein Vater ist am Montag getestet worden, weil er die ganze letzte Woche mit einer Corona positiven Arbeitskollegin zusammengearbeitet hat. Was er erst Freitag erfahren hatte. Als er es wusste, wollte er sich am Samstag direkt testen lassen, weil meine Eltern beide deutliche Erkältungssymptome hatten. Aber überall wurden sie weg geschickt. Er bekam einen Test Termin für Montag. Und wurde ab da für 5 Tage prophylaktisch in Quarantäne geschickt.

Meine Mutter, mit den gleichen Symptomen, wurde gar nicht getestet, auch nicht auf eigenen Wunsch.

Heute kam das positive Ergebnis meines Vaters, AB JETZT soll auch meine Mutter 5 Tage in Quarantäne. DANACH soll sie getestet werden. Das Gesundheitsamt sagt, die Kontaktpersonen 1. Grades werden erst 5 Tage nach dem positiven Befund getestet.

Und ich frage mich: WARUM??? Mein Vater und sie leben zusammen, beide haben Symptome, warum wird sie nicht sofort getestet?

Mein Vater hat seine anderen direkten Kontakte der letzten Woche angegeben. Den Fußpflege, die Heilpraktikerin, mich. Ich war letzte Woche Montag 3 Stunden bei meinen Eltern, habe meinen Vater aber nur kurz gesehen. Dafür mit meiner Mutter 3 Stunden in Kaffee getrunken, geredet, gefrühstückt, nebeneinander im Auto gesessen.

Aber getestet wird niemand von uns. Mit der Begründung, der Kontakt liege zu weit zurück. Gerechnet wird erst ab dem Tag des positiven Testergebnisses. Da wir vorher zusammen waren, interessiert es nicht. Auch nicht, wenn meine Mutter in 5 Tagen positiv getestet würde.

Sie hatten zwar Krankheitssymptome, als ich bei ihnen war, aber wie gesagt… Kontakte zählen erst NACH dem positiven Test!

Na, wundert sich jetzt noch irgendjemand, dass Corona sich in NRW so schnell verbreitet? Also ich nicht!!!