Hervorgehoben

Meine Liebe zu Büchern

Ich habe schon als Kind gerne gelesen. Eigentlich alles, was ich in die Finger bekommen habe.

Mein erster „Schatz“ war eine Ausgabe von „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren, die ich mit 8 Jahren zur Kommunion bekommen habe. Dieses Buch habe ich immer noch. Unzählige Male gelesen und mittlerweile auch meinen Kindern vorgelesen.

Ich liebe Kinder- und Jugendbücher und liebe es, meinen Kindern vorzulesen. Leider fühlen sich die zwei Großen schon zu groß dafür.

Durch die Kinder gab es Phasen, in denen mir nicht viel Zeit zum Lesen blieb – bis mein erster EBook Reader den Weg zu mir fand. Endlich konnte ich auch beim Stillen lesen, während des Einschlafbegleitens und im Familienbett neben schlafenden Kindern im Dunkeln. Was für ein Glück!

Mittlerweile habe ich auch Apps auf dem Smartphone, wodurch ich immer was zum Lesen dabei haben kann, ohne ein Buch mit zu schleppen.

Neuerdings habe ich Netgalley für mich entdeckt und habe dadurch die Möglichkeit, noch mehr zu lesen und zu rezensieren. Und das liebe ich!

Eine meiner Buchlieben: „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ von Susanna Tamaro

Dieses Buch habe ich als Jugendliche zum ersten Mal gelesen. Seitdem hat es einen festen Platz in meinem Bücherregal und wird auch alle paar Jahre wieder gelesen. Und jedes Lesen fühlt sich anders an, jedes Lesen eröffnet mir etwas Neues.

Noch schöner als das Buch ist allerdings das Hörbuch, das es aber leider mittlerweile nicht mehr zu kaufen gibt. Ich hatte es früher auf MC und habe es rauf und runter gehört, weil ich sowohl die Geschichte als auch die Sprecherin sehr gemocht habe.

In diesem Buch erzählt eine alte Frau in Briefen an ihre Enkeltochter von ihrem Leben. Sie spürt, dass ihr Leben bald zu Ende geht und weiß, dass ihre Enkelin und sie in völlig unterschiedlichen Welten leben. Dennoch oder gerade deswegen erzählt sie ihr nun ihre Geschichte.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderschön. Irgendwie wie Musik, sehr gefühlvoll und gleichzeitig klar und schnörkellos. Schon beim ersten Lesen ist es der Autorindamit gelungen, mitten in mein Herz zu treffen.

Kurzbeschreibung: Drei Generationen von Frauen im zwanzigsten Jahrhundert ziehen vor dem inneren Auge des Lesers vorbei, während er das Vermächtnis von Olga an die aus der Enge der Familienzwänge nach Amerika geflohene Enkelin liest: ein Brief-Tagebuch, das schöne und schmerzliche Erinnerungen enthält, Weisheit des Alters, vor allem aber das im Angesicht des Todes ausgesprochene Geständnis der tiefen Liebe zur Enkelin.

Hat mich beeindruckt: „Becoming“ von Michelle Obama

Ich halte mich mit einer Meinung über Amerikas Politik und Politiker*innen meist zurück, weil mir das alles viel zu kompliziert ist. Es fängt schon mit den – für mich unverständlichen – Wahlen an und bringt so einen Rattenschwanz an Dingen mit sich, dass es mich schlicht überfordert.

Dennoch habe ich Barack Obama als sehr positiven Präsidenten erlebt und Michelle Obama als sympathische und für Soziales engagierte First Lady. Ich habe darum ihre Autobiographie mit großem Interesse gelesen.

Das Buch lässt sich wirklich gut lesen. Es handelt auch nicht nur von Politik und der Zeit als First Lady. Michelle Obama erzählt viel über sich. Wie sie aufgewachsen ist, welche Werte ihr vermittelt wurden, wie ihre berufliche Laufbahn war. Ebenso wie sie ihren Mann kennengelernt hat und wie seine politischen Ambitionen ihre Ehe und Familie verändert haben. Auch erfährt man, welch große Rolle sie im Wahlkampf und als First Lady hatte.

Eine beeindruckende, intelligente und interessante Frau.

Kurzbeschreibung:

Die kraftvolle und inspirierende Autobiografie der ehemaligen First Lady der USA

Michelle Obama ist eine der überzeugendsten und beeindruckendsten Frauen der Gegenwart. Als erste afro-amerikanische First Lady der USA trug sie maßgeblich dazu bei, das gastfreundlichste und offenste Weiße Haus zu schaffen, das es je gab. Sie wurde zu einer energischen Fürsprecherin für die Rechte von Frauen und Mädchen in der ganzen Welt, setzte sich für einen dringend notwendigen gesellschaftlichen Wandel hin zu einem gesünderen und aktiveren Leben ein und stärkte außerdem ihrem Ehemann den Rücken, während dieser die USA durch einige der schmerzlichsten Momente des Landes führte. Ganz nebenbei zeigte sie uns noch ein paar lässige Dance-Moves, glänzte beim „Carpool Karaoke“ und schaffte es obendrein auch, zwei bodenständige Töchter zu erziehen – mitten im gnadenlosen Blitzlichtgewitter der Medien.In diesem Buch erzählt sie nun erstmals ihre Geschichte – in ihren eigenen Worten und auf ihre ganz eigene Art. Sie nimmt uns mit in ihre Welt und berichtet von all den Erfahrungen, die sie zu der starken Frau gemacht haben, die sie heute ist. Warmherzig, weise und unverblümt erzählt sie von ihrer Kindheit an der Chicagoer South Side, von den Jahren als Anwältin und leitende Angestellte, von der nicht immer einfachen Zeit als berufstätige Mutter sowie von ihrem Leben an Baracks Seite und dem Leben ihrer Familie im Weißen Haus. Gnadenlos ehrlich und voller Esprit schreibt sie sowohl über große Erfolge als auch über bittere Enttäuschungen, den privaten wie den öffentlichen. Dieses Buch ist mehr als eine Autobiografie. Es enthält die ungewöhnlich intimen Erinnerungen einer Frau mit Herz und Substanz, deren Geschichte uns zeigt, wie wichtig es ist, seiner eigenen Stimme zu folgen.

Ist das die Zukunft? „Im nächsten Leben wird alles besser“ von Hans Rath

Ich mag die Bücher von Hans Rath sehr gerne. Er hat einen sehr humorvollen und lockeren Schreibstil, und seine Bücher lassen sich immer recht schnell lesen, regen aber auch jedes Mal zum Nachdenken an.

In diesem Buch ist der Protagonist ein ziemlicher Pessimist, und seine Art macht es den Menschen in seinem Umfeld nicht immer leicht. Gerade seine Frau Kathrin bringt er damit regelmäßig auf die Palme.

Eines Tages wacht er morgens auf und plötzlich sind 25 Jahre vergangen. Er ist ein alter Mann, die ganze Welt hat sich völlig verändert, und er scheint eine Amnesie zu haben, denn er kann sich an die letzten 25 Jahre seines Lebens nicht erinnern.

Die „neue“ Welt ist so ganz anders, als er sie kennt, und schon bald ist sein Leben in Gefahr…

Mehr möchte ich nicht verraten, aber ich finde die Geschichte sehr interessant. Die neue Welt, die der Autor geschaffen hat, scheint viele gute Seiten zu haben, aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Beim Lesen macht man sich eine Menge Gedanken. Und so etwas mag ich sehr gerne!

Kurzbeschreibung:

Wir sehen uns in der Zukunft! – Eine Geschichte von Morgen

Im beschaulichen Leben von Arnold Kahl bricht urplötzlich eine neue Zeitrechnung an: Über Nacht wird der 53-jährige ins Jahr 2045 katapultiert. Ist das ein Alptraum? Oder eine physikalische Anomalie? Arnold weiß nur: Ab sofort ist er ein alter Sack, der die Welt nicht mehr versteht: Künstliche Intelligenz steuert sämtliche Lebensbereiche, humanoide Serviceroboter erledigen die Arbeit. Wer sich die reale Welt nicht mehr leisten kann, der zieht nach Times Beach, einem virtuellen Freizeitpark. Arnolds persönlicher Assistent heißt Gustav. Der charmante Uralt-Roboter hilft bei der Rekonstruktion von Arnolds Leben, das sich als ein Desaster entpuppt. Arnold hat es gründlich verbockt. Seine Ehe und Familie sind Geschichte, sein Leben ein Jammertal. Er wünschte, er könnte die letzten 25 Jahre zurückdrehen – aber wie?

Enttäuschend: „Herzfaden“ von Thomas Hettche

Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, weil ich die Augsburger Puppenkiste als Kind sehr geliebt habe und auch heute noch fasziniert bin von Marionettentheater. Dementsprechend gespannt war ich auf die Geschichte der Augsburger Puppenkiste.

Das Buch ist sehr einfach geschrieben, ich hatte es in knapp 2 Stunden fertig gelesen. Und grundsätzlich finde ich die Geschichte, wie der Vater in seiner Tochter Hannelore die Begeisterung für das Puppentheater geweckt hat, interessant. Auch wie die Augsburger Puppenkiste nach dem Krieg entstanden ist.
Aber zwischendrin gibt es immer wieder Kapitel, die in der Gegenwart spielen und von der toten Hatü, einem Mädchen und lebendigen Marionetten handelt. Und diese Kapitel haben mich extrem gestört, weil ich sie die ganze Zeit als völlig überflüssig empfunden habe.

Im Endeffekt haben sie meine Lesefreude zu sehr behindert. Und auch wenn die Geschichte grundsätzlich interessant war, konnte sie mich nicht fesseln. Sie bleibt mir zu distanziert.

Kurzbeschreibung: Ein zwölfjähriges Mädchen gerät nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste durch eine verborgene Tür auf einen märchenhaften Dachboden, auf dem viele Freunde warten: die Prinzessin Li Si, Kater Mikesch, Lukas, der Lokomotivführer. Vor allem aber die Frau, die all diese Marionetten geschnitzt hat und nun ihre Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte eines einmaligen Theaters und der Familie, die es gegründet und berühmt gemacht hat. Sie beginnt im 2. Weltkrieg, als Walter Oehmichen, ein Schauspieler des Augsburger Stadttheaters, in der Gefangenschaft einen Puppenschnitzer kennenlernt und für die eigene Familie ein Marionettentheater baut. In der Bombennacht 1944 verbrennt es zu Schutt und Asche. »Herzfaden« erzählt von der Kraft der Fantasie in dunkler Zeit und von der Wiedergeburt dieses Theaters. Nach dem Krieg gibt Walters Tochter Hatü in der Augsburger Puppenkiste Waisenkindern wie dem Urmel und kleinen Helden wie Kalle Wirsch ein Gesicht. Generationen von Kindern sind mit ihren Marionetten aufgewachsen. Die Augsburger Puppenkiste gehört zur DNA dieses Landes, seit in der ersten TV-Serie im westdeutschen Fernsehen erstmals Jim Knopf auf den Bildschirmen erschien.

Jedes Kind kann spielen!

Das ist eine These, die ich in unzähligen Erziehungsratgebern gelesen und auch in der Ausbildung zur Erzieherin gelernt habe. Jedes Kind kann spielen, es muss spielen nicht lernen. Spielend entdecken und erleben Kinder sich selbst und ihre Umwelt.

Und ja, ich habe das auch so erlebt. Im Freundeskreis, in den diversen Kindergärten, in denen ich gearbeitet habe. Ebenso in den Medien. Kinder spielen. Und erleben in ihren Spielwelten unzählige Abenteuer! Und ich habe mich darauf gefreut, eigene Kinder zu bekommen und mit ihnen zu spielen!

Und nun habe ich 3 Kinder. Und ich weiß jetzt, dass die These nicht stimmt! Meine 2 ältesten Kinder haben nie gespielt. Sie haben reichlich Spielzeug besessen, aber neue gespielt. Rollenspiele, Lego, Playmobil, Schleich, Puppen…völlig egal. Sie spielten nicht!

Mittlerweile weiß ich, dass die Große vermutlich und der Mittlere definitiv eine Autismus Spektrum Störung haben. Dabei ist es gar nicht ungewöhnlich, dass meine Kinder sich immer ganz anders verhalten haben als andere Kinder. Aber das habe ich erst dieses Jahr erfahren, und mein Sohn ist mittlerweile 12,5 Jahre alt. Bis zu seiner Diagnose habe ich immer an mir als Mutter gezweifelt. Ich habe gedacht, ich habe gravierende Fehler gemacht und bin Schuld, dass sie nicht spielen konnten. Und das ist auch ganz klar die Rückmeldung gewesen, die ich immer von meinem Umfeld bekommen habe. Hätte ich (noch mehr) mit ihnen gespielt, hätten sie es von mir gelernt. Dass sie es nicht gelernt haben, war also mein Fehler. Und ich habe das all die Jahre geglaubt. Bis meine jüngste Tochter geboren wurde, die plötzlich spielen konnte! Sie ist eine Puppenmama, sie ist ein Pferd oder ein Einhorn. Sie spielt mit Schleich und Barbie, springt über unsichtbare Lava usw. Und das alles, ohne dass ich anders oder mehr mit ihr gespielt habe als mit ihren Geschwistern.

Ich habe durch meine Kinder gelernt, dass es nicht DIE KINDER gibt, die man alle in einen Topf werfen kann. Jedes Kind ist ein Individuum. Und ja, es gibt auch Kinder, die keine Freunde wollen, weil sie Schwierigkeiten im sozialen Bereich haben. Es gibt Kinder, die nicht spielen. Und es sollte Bücher geben, die das aufgreifen und den Eltern aufzeigen, dass sie nichts falsch machen und dass es nicht nur das Spiel ist, mit dem Kinder lernen und ihre Welt entdecken. Vielleicht schreibe ich ja mal eins?!

Follow Friday – 15.01.2021

Benutzt du Lese -Accessoires wie Lesezeichen, Leseknochen oder ähnliches?

Nein, tue ich nicht. Ich besitze und liebe Lesezeichen, aber ich bin perfekt darin, sie zu verlegen. Da ich meistens Ebooks lese, brauche ich sie selten. Aber wenn ich sie brauche, finde ich in der Regel keins. Darum mache ich immer wieder Eselsohren oder benutze einfach einen Zettel oder ein Taschentuch.

Ein Notizbuch benutze ich nicht, da ich meistens direkt nach dem Lesen rezensiere. Früher habe ich mir immer vorgenommen, eine Liste mit meinen gelesenen Büchern zu führen, aber das vergesse ich dann ganz schnell wieder.

Die einzige Liste, die ich für mich führe, ist eine Wunschliste. Ich entdecke beim Rezensionen lesen immer wieder Bücher, die mich interessieren, und die kommen auf diese Liste drauf.

Einen Leseknochen besitze ich auch, aber ich benutze ihn selten zum Lesen.

Alles, was Eltern brauchen: „Der Elternkompass“ von Nicola Schmidt

Erziehungsratgeber gibt es so viele wie Sand am Meer. Und leider sind viele davon einfach nur Mist auch wenn sie beworben werden oder in aller Munde sind. Ich denke da nur an das Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" und die unzähligen Kinder, die mit dieser Methode gequält worden sind.

Für Eltern ist es schwierig, rauszufinden welche Ratgeber etwas taugen. Und genau darum ist dieser „Elternkompass“ ein ganz wichtiges Buch, dass von Schwangerschaft bis Schulzeit die wichtigsten Studien und Methoden vorstellt und vermittelt.

Die Autorin ist ganz wunderbar einfühlsam und hat einen sehr guten Blick auf das, was Kinder wirklich brauchen. Und ohne wie Katja Saalfrank es tut, einfach irgendwas „nachzuplappern“ und als eigene Ideen zu vermarkten.

In diesem Elternkompass findet man wirklich alles, was man als Eltern braucht. Und wenn ich einer Schwangeren einen Ratgeber schenken würde, dann wäre es dieser!

Die Autorin schreibt klar, beispielhaft und ohne bevormundend oder bewertend zu sein. Ihr Schreibstil ist unkompliziert und nicht trocken. Man findet reichlich Erklärungen und Quellenangaben so dass man sich auch noch weiter informieren kann.

Ich bin sehr begeistert von diesem Buch!

Kurzbeschreibung: Kennen Sie das auch? Ob Oma, Nachbar oder Lieblings-Bloggerin: In der Erziehung hat jeder eine Meinung, aber kaum jemand die Fakten. Die Wissenschaftsjournalistin und Bestsellerautorin Nicola Schmidt räumt auf mit Mythen, Irrtümern und Ammenmärchen. Für dieses spannende wie inspirierende Buch filterte sie heraus, was wirklich wichtig ist, um gesunde, respektvolle und glückliche Kinder großzuziehen. Sie analysierte über 900 wissenschaftliche Studien zu allen relevanten Themen, lüftete aber auch die Geheimnisse von Kulturen, die besonders stabile, selbstbewusste und aufmerksame Kinder hervorbringen. Eltern ziehen die Erwachsenen von morgen groß – hier erfahren sie, was unsere Kinder heute brauchen, um die Zukunft zu bewältigen.

Eine gelungene Kinderbuch Trilogie: „Die Magie von Winterhaus“ von Ben Guterson

Hierbei handelt es sich um den dritten Teil einer Kinderbuch Trilogie. Da ich das zuerst übersehen hatte, mir aber direkt der Anfang dieses Buches so gut gefallen hat, habe ich schnell die ersten beiden Bücher gekauft und zuerst gelesen.

Es ist wirklich eine tolle Trilogie! Die Beschreibung von Winterhaus und seiner Umgebung ist wundervoll, sehr bildhaft und lebhaft. Die beiden Kinder Elisabeth und Freddy sind taffe und aufgeweckt Protagonisten, zu denen man schnell eine Verbindung aufbaut.

Die ganze Geschichte ist voll mit spannenden Rätseln und Geheimnissen, die von den Kindern gelöst und aufgedeckt werden müssen.

Meine Jungs fanden alle drei Bücher toll allerdings war für uns alle dieses dritte der schwächste Band, weil ein bißchen der rote Faden fehlt und manche Handlungsstränge nicht aufgelöst werden. Das war etwas schade. Aber dennoch hat es Spaß gemacht, es zu lesen!

Kurzbeschreibung:

Wer von beiden ist findiger: Elizabeth oder ihr Freund Freddy? Kaum zu sagen. Übermagische Kräfte verfügt jedenfalls nur
Elizabeth. Das ist eine Versuchung für sie, aber auch die Gabe, die es braucht, um Winterhaus zu retten. Jetzt rumpelt die
Erde und es gibt Hinweise auf ein machtvolles Ritual. Der Countdown läuft. Noch scheint Gracella mit ihrer dunklen Magie
nicht am Ende zu sein. – Das glänzende, packende Finale der erfolgreichen Winterhaus-Trilogie.

Während es noch kräftig schneit, freut sich Elizabeth auf ein unbeschwertes Wiedersehen mit Freddy in den bevorstehenden
Osterferien. Doch als sie einen seltsamen Hügel über der stillgelegten Silbermine entdeckt und später das einzige Exemplar eines schlüsselhaften Romans aus Zimmer 333 verschwindet, schrillen die Alarmglocken. Was steht bevor? Und warum haben es die zwei schrulligen Herren mit einmal so eilig, mit ihrem Riesenpuzzle fertig zu werden?

Leuchtende Lyrik #2

Der Kuß

Es regnet – doch sie merkt es kaum,
weil noch ihr Herz vor Glück erzittert:
Im Kuß versank die Welt im Traum.
Ihr Kleid ist naß und ganz zerknittert

und so verächtlich hochgeschoben,
als wären ihre Knie für alle da.
Ein Regentropfen, der zu Nichts zerstoben,
der hat gesehn, was niemand sonst noch sah.

So tief hat sie noch nie gefühlt –
so sinnlos selig müssen Tiere sein!
Ihr Haar ist wie zu einem Heiligenschein zerwühlt –
Laternen spinnen sich drin ein.

Wolfgang Borchert (20.5.1921 bis 20.11.1947)

Wolfgang Borchert ist nicht unbedingt wegen seiner Gedichte bekannt. Sein bekanntestes Werk ist sicherlich sein Heimkehrerdrama „Draußen vor der Tür“, welches ihn im Januar 1947 bekannt gemacht hat. Wirklich berühmt wurde er aber erst nach seinem Tod im Alter von 26 Jahren im Jahr 1947.

Einigen Lersern sind vielleicht einige seiner Kurzgeschichten bekannt, die gerne zum Thema Trümmerliteratur als Schullektüre gelesen werden. So habe ich in der 8. Klasse meine Liebe zu Wolfgang Borcherts Werken durch die Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“ entdeckt.

Ich kann definitiv empfehlen, sein Gesamtwerk zu lesen.

Kindergeschichten, wie wir sie lieben: „Juli“ von Kirsten Boie

Wir haben ein Buch, in dem alle Geschichten über den Jungen Juli versammelt sind. Mittlerweile ein ziemlich zerlesenes Exemplar, weil ich es allen meinen Kindern wieder und wieder vorgelesen habe. Jetzt sind sie aus dem Alter raus, aber die Geschichten von Juli habe ich weggepackt, um sie vielleicht irgendwann für meine Enkel wieder hervor zu holen.

Juli ist noch recht klein, er geht noch in den Kindergarten. Und in seinen Geschichten erlebt er so einiges. Einmal ist ein Monster im Klo, vor dem er solche Angst hat, dass auch ml was in die Hose geht. Zum Glück weiß seine Freundin Katrin aber, dass man es besiegen kann, indem man ihm einfach auf den Kopf pinkelt.

Einmal erlebt er einfach einen ganz schrecklichen Tag, weil alles schief geh, was schief gehen kann. Erst verliert er sein Kuscheltier, dann muss er Jeans anziehen, obwohl er im Kindergarten turnen hat und den Knopf der Jeans nicht ohne Hilfe auf und zu machen kann. Dann hat er ein ekliges Frühstücksbrot dabei, es gibt nur Tee zu trinken usw.

Oder er feiert im Kindergarten Martinsfest und muss dafür etwas von seinen alten Spielsachen spenden, die er aber plötzlich unbedingt noch alle braucht, obwohl er schon ewig nicht mehr damit gespielt hat….

Alle Geschichten sind aus dem Leben der Kinder gegriffen und Julis Verhalten und Gefühle sind für kleine Zuhörer wunderbar nachzuvollziehen. Im Gegensatz zu dem perfekten Mädchen aus den ach so beliebten „Conni“ Büchern, lebt Juli in einer Welt, in der eben auch mal was schief geht, in der Eltern ihm nicht alles erlauben und ermöglichen und in der Juli auch mal richtig wütend wird und sich zur Not halt auch mal prügeln muss. Und dennoch wird natürlich auch bei Juli am Ende alles gut, wie es in Kinderbüchern sein muss.

Ich liebe diese Geschichten sehr, weil sie auch für uns erwachsene Vorleser total humorvoll und liebenswert geschrieben sind. Weil Juli keine perfekteMama hat, sondern eine, die auch mal nicht so viel Zeit hat für Juli, weil sie sich auch noch um das Baby kümmern muss. Und deren Liebe man trotzdem spürt. In so vielen anderen Kinderbüchern sollen die Kinder beim Zuhören etwas lernen. Es gibt Themen, die immer wieder aufgegriffen werden (Wackelzähne, Seepferdchen, Einschulung usw.), aber bei Juli findet man sowas nicht. Da sind es die Kleinigkeiten, die eine Geschichte entstehen lassen. Und das lieben wir!